Stand: 06.06.2020 15:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

TUIfly-Belegschaft attackiert Management

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39 Jets vom Typ Boeing 737 gehören zur eigentlichen TUIfly-Flotte (Archivfoto).

Beim Reisekonzern TUI mit Sitz in Hannover bahnt sich ein heftiger Konflikt zwischen Belegschaft und Unternehmensführung an. Grund ist der angekündigte Stellenabbau bei der unternehmenseigenen Fluggesellschaft TUIfly. Man werde den Plänen des Managements "gemeinsam mit allen Mitteln entgegentreten und für jeden einzelnen Arbeitsplatz, egal an welcher Stelle unseres Unternehmens, kämpfen", heißt es in einem internen Brief eines Krisenstabs der Arbeitnehmervertreter von TUIfly. Das Schreiben ist unter anderem unterzeichnet von Betriebsräten sowie Mitgliedern der Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit. Die Belegschaftsvertreter kündigten "knallharte Verhandlungen" für die in der kommenden Woche geplanten Gespräche mit der Unternehmensführung an.

Drei Standorte sollen schließen

Am Freitag war bekannt geworden, dass TUIfly wegen des hohen Spardrucks in der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinert werden soll. Zudem sollen die Standorte Köln, Bremen und Münster-Osnabrück schließen. Wie viele Jobs dadurch wegfallen, teilte das Unternehmen nicht mit. Laut dem Nachrichtensender "ntv" sollen rund 700 Jobs - davon 230 Vollzeitstellen - wegfallen. Der Konzern wollte diese Zahlen nicht bestätigen. Bei TUIfly gibt es rund 2.000 Vollzeitstellen, davon 1.400 Piloten und Flugbegleiter.

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"Gesamter Konzern in großer Gefahr"

Die Mitarbeitervertreter von TUIfly warf dem Management vor, die Corona-Krise zumindest teilweise als Vorwand für die geplanten Kürzungen zu verwenden. Stattdessen hätten überzogene Dividendenausschüttungen der letzten Geschäftsjahre an die Aktionäre und eine zu geringe Finanzausstattung des TUI-Konzerns den "gesamten Konzern in große Gefahr gebracht".

Stellenstreichungen und staatliche Hilfe

Tourismus und Luftverkehr gehören zu den am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Branchen, TUI erhielt bereits einen staatlichen Hilfskredit über 1,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte zudem angekündigt, weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze zu streichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.06.2020 | 15:00 Uhr

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