Eine Nahaufnahme eines Wolfes im Wald. © picture alliance/Jens Büttner/dpa Foto: Jens Büttner

Entlassene Wolfsberater: Umweltminister in der Schusslinie

Stand: 02.02.2021 14:01 Uhr

Nach der Entlassung von zwei kritischen Wolfsberatern durch das niedersächsische Umweltministerium wächst die Kritik am Vorgehen des Hauses von Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Der frühere Agrarminister der Grünen, Christian Meyer, warf Lies vor, er wolle "unliebsame Kritiker mundtot machen", wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Statt die Ehrenamtlichen zu gängeln, solle Lies lieber ihr Fachwissen nutzen. Darüber hinaus kritisierte Meyer, dass das Umweltministerium nicht mehr veröffentlichen will, welche Wölfe im Land zum Abschuss freigegeben wurden. Damit seien diese Genehmigungen rechtlich nicht mehr zu überprüfen. Fazit des Grünen Meyer: Niedersachsens Umweltminister setze beim Thema Wolf zunehmend auf Konfrontation.

Umweltminister: "Vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich"

Nach der Kritik an Wolfsverordnung bestehe keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr, hatte es am Montag vonseiten des Umweltministeriums geheißen. Die Äußerungen stellten keine neutrale Positionierung dar und seien daher nicht mit den Grundsätzen für das Verhalten von Wolfsberatern zu vereinbaren, hieß es weiter. Die beiden Wolfsberater hatten als Vorstandsmitglieder des Freundeskreises freilebender Wölfe Lies vorgeworfen, er peitsche eine Verordnung durch, die gegen EU-Recht verstoße. Die neue Wolfsverordnung soll den Abschuss von Wölfen erleichtern, die auch gut geschützte Weidetiere reißen. Daran hatten die ehrenamtlichen Berater als Vorstandsmitglieder des Freundeskreises freilebender Wölfe öffentlich Kritik geübt.

Insgesamt 130 Wolfsberater in Niedersachsen

Landesweit gibt es derzeit 130 aktive Wolfsberaterinnen und -berater, die der Bevölkerung beim Thema Wölfe mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Außerdem nehmen sie alle Sichtungen und Spuren auf, um Klarheit über Wolfsvorkommen und Wolfsrisse zu erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2021 | 13:00 Uhr

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