Das Logo der Continental AG ist an einem Bauzaun an der Baustelle für die neue Continental-Firmenzentrale zu sehen. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Continental schreibt auch im dritten Quartal rote Zahlen

Stand: 11.11.2020 13:40 Uhr

Der Autozulieferer Continental hat im dritten Quartal einen Nettoverlust von knapp 720 Millionen Euro gemacht. Das ist etwas weniger Minus als im zweiten Quartal - wie das Unternehmen mitteilte.

Conti macht neben der Corona-Krise auch den teuren Konzernumbau für die roten Zahlen verantwortlich, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Der Umsatz liegt nach Unternehmensangaben weiter deutlich unter dem Vorjahresniveau. Das ist zwar nur eine leichte Verbesserung gegenüber dem zweiten Jahresviertel, als ein Minus von 741 Millionen Euro in der Bilanz gestanden hatte. Im laufenden Betrieb meldete Conti allerdings eine deutliche Entspannung: Der Fehlbetrag vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten von 634 Millionen Euro wurde zuletzt in einen bereinigten Gewinn von 832 Millionen Euro gedreht.

Vorstandschef zufrieden

"In einem weiter schwierigen Marktumfeld zeigen wir eine mehr als zufriedenstellende Leistung", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Mittwoch in Hannover. Der Konzern geht aktuell davon aus, das Jahr mit einem Umsatz in Höhe von 37,5 Milliarden Euro abzuschließen. 2019 schlug noch ein Umsatz von 44,5 Milliarden zu Buche.

Weltweit fast 30.000 Jobs von Umbau betroffen

Der Konzernumbau hatte in den vergangenen Monaten zu großem Protest vonseiten der Arbeitnehmer geführt. Sie warfen der Unternehmensspitze unter anderem vor, die Arbeitnehmervertreter zu wenig in die Sparpläne eingebunden zu haben. In Werken wie Aachen oder Karben sollen wesentliche Bereiche der Fertigung dichtgemacht werden. Conti bemüht sich nach eigenen Angaben, Beschäftigte angesichts des strukturellen Umbruchs in der Branche weiterzuqualifizieren. Es werden jedoch auch viele der weltweit rund 30.000 betroffenen Jobs verlagert oder gestrichen. Ende September hatte der Konzern insgesamt knapp 233.700 Mitarbeiter, 7.700 weniger als zum Jahreswechsel 2019/2020.

Zweites Verlustjahr in Folge

Ursachen der Abnahme sind Produktionsrückgänge, Einsparungen und der interne Umbau. Finanzvorstand Wolfgang Schäfer sagte: "Bisher sind rund 3.500 Arbeitsplätze von der Restrukturierung betroffen, davon verbleiben rund 20 Prozent im Unternehmen mit anderen Aufgaben, und 80 Prozent verlassen das Unternehmen." Das Nettoergebnis werde man operativ nicht schaffen zu drehen, räumte Schäfer mit Verweis auf das bislang aufgelaufene Minus von fast 1,2 Milliarden Euro ein. Damit droht das zweite Verlustjahr in Folge. 2019 hatte Conti mit einem negativen Betriebsergebnis von 268 Millionen und netto von mehr als 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.11.2020 | 12:00 Uhr

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