Stand: 30.05.2018 16:41 Uhr

Tödliche Schüsse: Gericht weist Vorwürfe zurück

Das Familiengericht in Tecklenburg (Nordrhein-Westfalen) hat Vorwürfe im Zusammenhang mit tödlichen Schüssen in Salzgitter zurückgewiesen. Der Richter habe die Adresse des Opfers nicht bekannt gegeben. Vielmehr sei die 30-jährige Frau nach ihrem Gerichtstermin am Montag von einem Polizeiwagen bis auf die Autobahn begleitet worden. Die Beamten hätten keine Verfolgung durch den früheren Lebensgefährten der Frau feststellen können. An der niedersächsischen Landesgrenze seien die Polizisten aus Steinfurt dann umgekehrt. Die Familie des Opfers hatte beklagt, dass der mutmaßliche Schütze erst durch das Amtsgericht in Tecklenburg erfahren habe, wo die Frau wohnt.

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30-Jährige erschossen: Familienstreit als Motiv?

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Nach den tödlichen Schüssen auf eine 30-Jährige in Salzgitter wurde der ehemalige Lebensgefährte des Opfers festgenommen. Ihre ebenfalls angeschossene Schwester ist außer Lebensgefahr. Video (02:24 min)

Haftbefehl wegen Mordes

Die 30-Jährige war am Montagabend vor einem Haus in Salzgitter-Lebenstedt getötet worden, mutmaßlich von ihrem ehemaligen Partner. Wessen Wohnhaus dies war und ob der Tatverdächtige diese Adresse kennen konnte, dazu gibt es von der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig noch keine Angaben. Gegen den Verdächtigen wurde am Mittwoch Haftbefehl wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Der 38-Jährige stehe im Verdacht, nach einem Sorgerechtsstreit seine Ex-Freundin vor den Augen von Familienangehörigen auf der Straße erschossen zu haben, sagte Staatsanwalt Hans Christian Wolters. Den tödlichen Schüssen war eine Verhandlung am Familiengericht in Tecklenburg vorausgegangen, bei dem der Mutter offenbar das Sorgerecht für die vier gemeinsamen Kinder des getrennten Paares zugesprochen wurde.

Festnahme in Nordrhein-Westfalen

Gestern Nachmittag hatte die Polizei den Tatverdächtigen in Westerkappeln (Nordrhein-Westfalen) festgenommen. Der 38-Jährige war zuvor in einem Auto vom Tatort geflohen. Nach Angaben der Polizei Münster ergriffen Spezialkräfte den Mann, als er seine Wohnung in der Gemeinde nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen betreten wollte. Er habe keinen Widerstand geleistet. Bei der Durchsuchung seines Autos, eines Mietwagens, sei die Tatwaffe gefunden und beschlagnahmt worden.

Vom Frauenhaus zurück zur Familie

Nach Angaben der Familie gegenüber NDR 1 Niedersachsen hat der mutmaßliche Täter seine Frau wie auch die Kinder wiederholt misshandelt. Das spätere Opfer habe zwischenzeitlich Zuflucht in einem Frauenhaus gesucht und sei später zurück zur Familie nach Salzgitter gezogen. Der seit längerer Zeit arbeitslose Mann soll sich nach Angaben des Bruders des Opfers zunehmend radikalisiert haben. Zu Berichten, wonach der Schütze möglicherweise mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kontakt steht, gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse, sagte Staatsanwalt Wolters am Mittwoch. Es müssten noch viele Zeugen befragt werden.

Schwester verletzt im Krankenhaus

Die Tat hatte sich am Montag gegen 19 Uhr ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen standen die 30-jährige Mutter und ihre 32 Jahre alte Begleiterin, nach NDR Informationen die Schwester des Opfers, vor dem Haus, als sich der Verdächtige in einem weißen VW Golf näherte. "Es kam zu einer Auseinandersetzung und mindestens zwei Schüssen", sagte Wolters. Die 30-Jährige brach schwer verletzt im Vorgarten zusammen und starb noch am Tatort. Ihre Schwester erlitt ebenfalls eine Schussverletzung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Sie schwebt laut Polizei nicht in Lebensgefahr.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 30.05.2018 | 17:00 Uhr

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