Stand: 31.08.2019 12:31 Uhr

Mit heißem Wasser gegen Eichenprozessionsspinner

Die Samtgemeinde Brome im Landkreis Gifhorn und ihre Einwohner sind geplagt - und zwar vom Eichenprozessionsspinner. Jedes Jahr befallen die Raupen die Eichen im Ort. Und jedes Jahr leiden die Menschen in Brome, Parsau und Rühen. Denn die Haare der Raupen sind giftig. Viel wurde in den vergangenen Jahren versucht, um die Insekten zu bekämpfen. Am Freitag wurde in Rühen eine neue Möglichkeit vorgestellt, um den Raupen den Garaus zu machen - und zwar mit heißem Wasser.

Giftige Haare der Raupen werden deaktiviert

Baumpflegeexperte Denis Ekarius und seine Kollegen fahren in Schutzanzügen mit einem Kran in eine befallene Eiche in Rühen. Aus einem 20 Meter langen Schlauch spritzen sie 97 Grad heißes Wasser auf die Nester der Raupen. Dort wo es keine Nester gibt, werden die Raupen mit Heißwasserschaum verbrüht. Der Vorteil: ein abgesprühtes Nest, das nur wenige Sekunden unter diesen Temperaturen gelitten hat, kann von den Experten in die Hand genommen werden. "Ich merke keine Brennhaare mehr auf der Haut", sagt Ekarius. "Die sind vollkommen deaktiviert." Beim herkömmlichen Absaugen seien auch immer Härchen herumgewirbelt worden. Außerdem sei die Heißwassermethode schneller, günstiger, sicherer und umweltfreundlicher als andere Methoden, etwa das Absaugen der Nester oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Klimawandel tut den Raupen gut

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Norddeutschland immer weiter aus. Grund ist der Klimawandel mit milden Wintern und warmen Frühjahren - gute Lebensbedingungen für die Schmetterlingsart, die eigentlich aus Südeuropa stammt. Die Raupen tragen giftige Brennhaare, etwa 600.000 pro Tier. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei bei Menschen zu Hautausschlag und starkem Juckreiz führen kann. Eingeatmet können die Haare Atemnot, Asthma-Anfälle oder einen allergischen Schock auslösen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 30.08.2019 | 18:00 Uhr

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