Stand: 25.09.2018 18:23 Uhr

Millionen für Umbenennung von A395?

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Die A395 wird nicht umgebaut, sie wird nur umbenannt.

Die Autobahn A395 zwischen Braunschweig und dem Autobahnkreuz Vienenburg soll in A36 umbenannt werden. Das kostet eine Menge Geld, weil neue Schilder aufgestellt werden müssen. Die Kosten trägt der Bund - also zahlt am Ende der Steuerzahler. Aber auch auf private Unternehmen kommen Kosten zu, weil sie zum Beispiel Schriftstücke oder Anfahrtsskizzen ändern müssen.

Übersichtlichere Anbindung an den "Harz-Highway"?

Für die Umbenennung der A395 in A36 spricht laut Landesstraßenbaubehörde, dass es damit eine einheitliche Autobahn von Braunschweig bis nach Quedlinburg im Nordosten des Harzes geben würde. Der sogenannte Harz-Highway, der jetzt noch die B6 ist und ab Januar 2019 dann A36, verbindet den nördlichen Rand des Harzes in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die B6, die vom Autobahnkreuz Vienenburg am nördlichen Rand des Harzes von Goslar über Wernigerode, Blankenburg und Aschersleben bis Bernburg in Sachsen-Anhalt verläuft, ist zum Beispiel ab Januar 2019 offiziell die A36. Sie wurde also aufgewertet von einer Bundesstraße zu einer Bundesautobahn. Als Begründung für die Hochstufung nannte Oliver Wagner, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Vorteile der Wahrnehmung. Eine Region würde durch eine Autobahnanbindung touristisch und wirtschaftlich aufgewertet werden. Im Falle der A395 gilt das aber nicht. Schließlich ist die Straße schon eine Autobahn. Einziger Vorteil: Weniger Zahlensalat für die Autofahrer. Es sei denn, der Weg führt doch vom Dreieck Vienenburg in den Harz. Das Mini-Stück Autobahn soll nämlich auf den ganz neuen Namen A369 getauft werden.

Entlastung der A2?

Ein weiteres Argument der Landesstraßenbaubehörde: Es wird möglich, an der neuen A36 Schilder aufzustellen, die den Weg nach Halle oder Leipzig deuten. Denn bei Autobahnen mit zwei Ziffern dürfen Schilder für Fernziele aufgestellt werden. Damit könnte die vielbefahrene und unfallträchtige A2 entlastet werden, sagte Bernd Mühlnickel von der Landesstraßenbaubehörde NDR 1 Niedersachsen.

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Mehrere Millionen für Hochstufung der B6

Die Kosten für die Hochstufung der B6 in Sachsen-Anhalt werden laut Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks auf rund zwei Millionen Euro geschätzt - allein für die neuen Schilder. Die Kosten trägt dabei der Bund. Der Bund der Steuerzahler in Niedersachsen hat deswegen nun eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium gestellt, wie viel Geld die Umbenennung der A395 kosten soll. Bernhard Zentgraf vom niedersächsischen Steuerzahlerbund ist skeptisch. Wenn die Kosten im einstelligen Millionenbereich liegen, wäre das viel zu teuer, sagte er gegenüber NDR.de. "Es ist schließlich schon eine Autobahn. Wir wollen erst mal wissen, ob diese Umbenennung wirklich nötig ist."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 24.09.2018 | 17:00 Uhr

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