Stand: 17.12.2017 16:25 Uhr

Zahl der freiwilligen Rückkehrer sinkt deutlich

In Niedersachsen zeichnet sich - entgegen der Prognosen zu Beginn des Jahres - ein drastischer Rückgang der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen abgelehnter Asylbewerber ab. Nach Angaben des Innenministeriums wurden von Januar bis Ende Oktober 1.523 Menschen in Niedersachsen abgeschoben. 2016 waren es in diesem Zeitraum knapp 11 Prozent mehr (1.707). Die Zahl der freiwilligen Ausreisen reduzierte sich noch deutlicher: Sie sank von 10.570 auf 3.874 - und brach damit um mehr als die Hälfte ein. In beiden Gruppen hatten - wie auch im Vorjahr - Menschen aus den Westbalkan-Staaten den größten Anteil.

Sprecher verweist auf gesunkene Flüchtlingszahl

Zu Jahresbeginn hatte sich Innenminister Boris Pistorius (SPD) noch anders geäußert: Er prognostizierte, dass 2017 rund 12.000 Menschen freiwillig ausreisen werden - und damit ähnlich viele wie im Jahr 2016. Die nun offensichtliche Diskrepanz erklärt Matthias Eichler, Sprecher im Innenministerium, auf Nachfrage von NDR.de mit der gesunkenen Gesamtzahl an Flüchtlingen bundesweit und in Niedersachsen. In deren Folge sei auch die Zahl der Ausreisepflichtigen gesunken, sagt Eichler. 2016 wurden in Niedersachsen mehr als 85.000 Asylanträge verzeichnet, von Januar bis September 2017 waren es dagegen 15.625. Andere, darüber hinaus "messbare Faktoren" lägen im Innenministerium als Erklärung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor, sagt Eichler.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.12.2017 | 06:00 Uhr

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