Tiefpumpen zur Erdölförderung stehen auf einem Gelände der Wintershall Dea. © picture alliance/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Wenige Auffälligkeiten im Boden rund um Erdölförderplätze

Stand: 29.06.2021 16:40 Uhr

Der Boden im Umfeld von mehr als 200 niedersächsischen Erdölförderplätzen ist kaum belastet. Das hat eine Studie des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ergeben.

Von insgesamt 1.088 Proben hätten nur vier bedenkliche Werte ergeben, sagte LBEG-Geograph Uwe Hammerschmidt. Einmal sei auf Grünlandplätzen zu viel Arsen gemessen worden, ein anderes Mal Quecksilber und in zwei Fällen polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe. Der erhöhte Arsen-Wert soll natürliche Ursachen haben. In den drei anderen Fällen seien die Betreiber aufgefordert worden, die Ursache näher zu untersuchen, so Hammerschmidt.

Etliche Überschreitung von Vorsorgewerten

Hinzu kamen zahlreiche Überschreitungen von sogenannten Vorsorgewerten, die auf problematische Stoffanreicherungsprozesse hindeuten. Diese sind jedoch laut LBEG nicht überraschend. Etwa 80 Prozent der auffälligen Proben stammen demnach aus dem direkten Umfeld der Pumpen und stehen im Zusammenhang mit den Arbeiten an den Anlagen und im Umfeld, aber nicht mit der Förderung an sich. Ein kleinerer Teil der Überschreitungen sei außerdem auf landwirtschaftlichen Ackerbau zurückzuführen.

Etwa jede zehnte aktive Erdölförderstelle untersucht

Untersucht wurden ungefähr zwölf Prozent aller aktiven niedersächsischen Erdölförderstellen. In der jeweiligen Umgebung wurden auch die Böden von angrenzenden Kinderspielplätzen und Gärten überprüft und unter anderem auf Schwermetalle und Kohlenwasserstoff analysiert. Die Probenentnahmen, die von 2019 bis 2021 erfolgten, sollen laut LBEG belastbare Informationen über mögliche Beeinträchtigungen der Umwelt und der daraus resultierenden Auswirkungen auf Pflanzen, Boden, Wasser und Menschen liefern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 29.06.2021 | 13:30 Uhr

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