Stand: 08.03.2020 07:15 Uhr

Panne bei Razzia? Ließen Beamte Beweise liegen?

Vermummte Beamte stehen auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses in Bad Segeberg. © dpa Bildfunk Foto: Markus Scholz
Ermittlungen gegen Rechtsradikale auch in Bad Segeberg.

Bei der groß angelegten Razzia am Dienstag gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Aryan Circle Germany" ist der Polizei offenbar eine peinliche Panne unterlaufen. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, vergaßen Beamte in Staufenberg einen ganzen Karton mit Beweismitteln in der Wohnung eines Verdächtigen. Bei der Durchsuchung hätten Beamte der Bereitschaftspolizei diverse Beweismittel konfisziert und in einen Karton gepackt. Auf dem Revier stellten die Polizisten demzufolge fest, dass sie den Karton mit Handy, Datenträger und anderen Beweismitteln vor der Wohnung des Verdächtigen vergessen hatten. Als Ermittler zum Durchsuchungsobjekt zurückkehrten, sei der Karton verschwunden gewesen.

Staatsanwaltschaft dementiert "Spiegel"-Story

Der Deutschen Presse-Agentur sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp am Freitag, Einzelheiten seien ihr zwar noch nicht bekannt, aber es seien keine Beweismittel verschwunden. Die Großrazzia richtete sich gegen zwölf Beschuldigte in vier Bundesländern, darunter Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Flensburg. Festnahmen habe es keine gegeben, es sei darum gegangen, die Struktur der Gruppierung aufzuklären, sagte eine Sprecherin NDR Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 07.03.2020 | 08:30 Uhr

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