Stand: 09.01.2020 14:59 Uhr

Müllgebühren in Region Hannover steigen deutlich

Ein Müllmann schiebt zwei Mülltonnen. © dpa - Bildfunk Foto: Frank Rumpenhorst
Viele Haushalte in der Region Hannover müssen ab diesem Jahr deutlich mehr für die Entsorgung ihres Mülls bezahlen (Symbolfoto).

Höhere Kosten für Personal und Weiterverwertung sowie geringere Erlöse für Wertstoffe wie Papier, Kunststoffe und Holz - mit dieser Begründung hatte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) für das Jahr 2020 höhere Gebühren angekündigt. Nach der Zustimmung durch die Regionsversammlung im Dezember wird es für Haus- und Wohnungsbesitzer in und um Hannover nun konkret: Die neuen, rückwirkend zum 1. Januar geltenden Gebührenbescheide, werden derzeit verschickt. Und die haben es in sich: Durchschnittlich um 11,4 Prozent steigen die Müllgebühren in der Region Hannover an.

Auch in Göttingen wird es teurer

Die Müllgebühren sind in der Region Hannover damit vergleichsweise hoch. In anderen Gebieten in Niedersachsen blieben sie dagegen weitestgehend stabil, wie eine Abfrage von NDR 1 Niedersachsen zeigt:

  • Die Göttinger Entsorgungsbetriebe haben ihre Gebühren zum Jahreswechsel leicht angehoben. Dabei handele es sich um einen Anstieg von unter fünf Prozent, sagte eine Sprecherin. Das städtische Unternehmen verweist als Begründung - ähnlich wie aha in der Region Hannover - auf gestiegene Personal- und Energiekosten.
  • Um 0,5 Prozent stiegen in Braunschweig die Gebühren für das Abholen von Restmüll- und Biotonne. Der Preis für das Entsorgen der Säcke blieb dagegen unverändert.
  • In Oldenburg konnten die Müllgebühren stabil gehalten werden. Das sagte ein Stadtsprecher. Allerdings seien die Kosten für Sonderarbeiten, wie das Abholen von Sperrmüll deutlich gestiegen. Dieses Angebot werde nun kostendeckend betrieben, sagte der Sprecher.
  • Ähnlich schaut es in der Stadt und im Landkreis Lüneburg aus. Die Jahresabschlüsse des kommunalen Entsorgers GfA seien zuletzt zweimal im Plus gewesen, daher sei es nicht nötig gewesen, die Gebühren anzupassen, sagte ein Stadtsprecher. Dies könne sich allerdings im nächsten Jahr womöglich ändern, so der Sprecher mit Verweis auf steigende Betriebskosten.

Unterschiedliche Tonnensysteme ein Grund

Im Sommer 2019 hatte der Eigentümerverband "Haus und Grund" einen bundesweiten Vergleich der Müllgebühren vorgestellt. Von den acht ausgewählten Städten in Niedersachsen mussten die Bürger in Hannover am meisten für die Abfallentsorgung zahlen. Ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt, der Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier produziert, kam laut der Untersuchung auf rund 400 Euro für das Leeren aller Tonnen pro Jahr. Dies sei fast doppelt so viel, wie die Bewohner aus Göttingen aufbringen müssen, hieß es. Zu den Gründen für die Unterschiede verwies ein "Haus und Grund"-Sprecher unter anderem auf unterschiedliche Tonnensysteme.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.01.2020 | 14:00 Uhr

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