Stand: 01.04.2020 21:30 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Mit dem Hund in der Natur: Jetzt gilt Leinenzwang

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In freier Landschaft müssen Hunde von April bis Juli an der Leine geführt werden. (Archivbild)

So richtig frei bewegen kann man sich derzeit draußen nicht: Das Coronavirus und die entsprechenden Einschränkungen sind allgegenwärtig. Und nun bricht wieder die Zeit an, in der auch Hunde in Niedersachsen nicht mehr ungehindert laufen können: Seit 1. April gilt eine Anleinpflicht. In der freien Landschaft müssen Hunde an die Leine - also im Wald, auf Feldwegen, auf Wiesen und an Gewässern.

Hunde sollen Wildtiere nicht bei Aufzucht stören

Der Grund für die Vorschrift ist die Brut- und Setzzeit von Wildtieren. Bei manchen Arten sind die weiblichen Tiere jetzt hochtragend, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium erklärt. In diesem Zustand könnten sie sich nicht so leicht bewegen und die Flucht ergreifen. Hasen und Schwarzwild haben bereits Nachwuchs, viele Vogelarten beginnen mit dem Brüten. Vertreibt ein stöbernder Hund einen brütenden Vogel, so kann das Gelege auskühlen. Schnuppert er an einem Jungtier, das dann womöglich nach Hund riecht, kann es passieren, dass die erwachsenen Tiere ihren Nachwuchs verstoßen.

Rehkitze besonders gefährdet

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Tier-Nachwuchs wie das Rehkitz braucht Schutz vor frei laufenden Hunden. (Themenbild)

Laut Ministerium hilft die Anleinpflicht insbesondere Bodenbrütern wie zum Beispiel Enten, Gänsen, Rebhühnern, Fasanen, Kiebitzen und Lerchen. "Aber auch etwa Rehkitze oder kleine Häschen werden so geschützt", teilte das Ministerium mit. Gerade Rehkitze seien derzeit besonders gefährdet, mahnte Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz.

Unterschiedliche Regelungen für Parks

Geregelt wird die Schutzzeit in Paragraf 33 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung. Jagdhunde, Rettungs-, Hüte-, Blinden- und Polizeihunde sind während eines Einsatzes vom Leinenzwang ausgenommen. Zudem gilt die Vorschrift nach Angaben des Naturschutzbunds (NABU) nicht für Parkanlagen in der Stadt. Gemeinden stehe es allerdings frei, hier eigene Regeln zu verhängen. In Hannover zum Beispiel müssen Hunde in öffentlichen Park- und Grünanlagen immer an der Leine geführt werden.

Verstöße können teuer werden

Der Leinenzwang gilt bis zum 15. Juli. Hundebesitzer, die sich nicht daran halten, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Die Geldbuße kann bis zu 5.000 Euro betragen.

Gesetz zum Leinenzwang in Niedersachsen

In der freien Landschaft ist jede Person verpflichtet,
1. dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde
a) nicht streunen oder wildern und
b) in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli (allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit) an der Leine geführt werden, es sei denn, dass sie zur rechtmäßigen Jagdausübung, als Rettungs- oder Hütehunde oder von der Polizei, dem Bundesgrenzschutz oder dem Zoll eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde sind (...).

Auszug Paragraf 33 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung

Weitere Informationen

Jungtiere überall: Vorsicht in Wald und Feld

12.03.2019 19:30 Uhr

Junge Hasen, Füchse und Rehkitze: Mit dem Frühling kommen auch die Tierkinder. Was ist zu beachten, wenn man tierischen Nachwuchs findet? Fragen und Antworten im FAQ. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.04.2020 | 08:00 Uhr

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