Stand: 06.03.2020 12:32 Uhr

Landkreistag fordert Milliarde für Krankenhäuser

Vor der zentralen Notaufnahme des Klinikums Agnes Karll Laatzen steht ein Ambulantes Rettungsfahrzeug. © Picture Alliance Foto: Julian Stratenschulte
Der niedersächsiche Landkreistag fordert mehr Geld für kommunale Krankenhäuser (Themenbild)

Viele kommunale Krankenhäuser machen Verluste. Immer wieder wird darüber gesprochen, Kliniken zusammenzulegen oder Standorte sogar ganz zu schließen. Mit der finanziellen Situation kommunaler Kliniken und der Gesundheitsversorgung im Land beschäftigt sich seit Donnerstag auch der niedersächsische Landkreistag in Varel (Landkreis Friesland) - und fordert mehr Geld unter anderem vom Land.

Wiswe: Geld fehlt für Investitionen, aber auch im Alltag

Mindestens ein Milliarde Euro sei notwendig, so der Präsident des Landkreistages, der Celler Landrat Klaus Wiswe (CDU). Die kommunalen Krankenhäuser seien chronisch unterfinanziert. Die Landkreise müssten Jahr für Jahr Defizite ausgleichen. Das Geld fehle für Investitionen und Neubauten, aber auch im laufenden Betrieb. Eine leistungsfähige Medizin vor Ort sei ohne auskömmliche Finanzen nicht möglich, so Wiswe.

120 Millionen Euro im Jahr

Derzeit ist ein Viertel der 172 niedersächsischen Krankenhäuser in kommunaler Hand. Die Landkreise und die Region Hannover zahlten etwa 40 Prozent der Investitionsfördermittel und ein Drittel der pauschalen Fördermitteln, heißt es. Zusammen seien dies jährlich rund 120 Millionen Euro, die aber nicht reichten, so die Kritik. In den Krankenhäusern habe sich ein Investitionsstau von zwei Milliarden Euro angehäuft. Neue Tarifverträge für Ärzte und Pflegepersonal erhöhten den Kostendruck zusätzlich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.03.2020 | 12:00 Uhr

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