Stand: 16.11.2018 21:00 Uhr

In Zukunft elektrisch: VW investiert Milliarden

Volkswagen will in Zukunft offenbar noch verstärkter auf E-Mobilität setzen und davon könnte Niedersachsen profitieren. Ab 2022 sollen an den Standorten Emden und Hannover Elektrofahrzeuge vom Band rollen. Das gab das Wolfsburger Unternehmen am Freitag bei einer Pressekonferenz bekannt. Zuvor hatte der Aufsichtsrat von VW über die Investitionen von insgesamt 44 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren entschieden. Der größte Teil davon - nämlich etwa 30 Milliarden Euro - soll in die Forschung, Entwicklung und Produktion von E-Autos fließen.

VW Chef Diess

Standort für Batteriezellfertigung in Niedersachsen?

Hallo Niedersachsen -

Bei einer Pressekonferenz hat VW Milliardeninvestitionen in E-Mobilität angekündigt, dazu werde eine eigene Batteriezellfertigung geprüft. Vorstandsvorsitzender Diess im Interview.

3,64 bei 11 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Emden und Hannover werden ab 2022 zu E-Fahrzeug-Werken
  • Betriebsbedingte Kündigungen laut Betriebsrat bis 2028 ausgeschlossen
  • Maßnahmen für den Arbeitsplatzabbau durch Altersteilzeitmodelle
  • In Kvasiny (Tschechien) wird ab 2022 der Passat gefertigt
  • In Osteuropa soll ein zusätzliches Werk entstehen - dort sollen Modelle von Skoda und Seat gebaut werden

Weitere Informationen
55:26

Volkswagen: Die Pressekonferenz in voller Länge

Der VW-Aufsichtsrat hat Milliarden-Investitionen für die Zukunft des Konzerns verabschiedet. Was bedeutet das für die Zukunft? Hier gibt es die komplette Pressekonferenz vom Freitag. Video (55:26 min)

Keine Kündigungen bis 2028

Viele Mitarbeiter in den deutschen Werken, vor allem in Emden und Hannover, fürchten durch die Umwandlung allerdings um ihre Arbeitsplätze. An den beiden Standorten könnten Tausende Jobs wegfallen - nach NDR Informationen in Hannover bis zu 4.000 und in Emden bis zu 3.000 Stellen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh versicherte am Freitag, dass es bis zum Jahr 2028 keine betriebsbedingten Kündigungen in den Werken geben werde. "Über die demografische Kurve können wir Anpassungen gestalten, ohne dass jemand seine Beschäftigung verlieren muss", sagte Osterloh.

Diess: 4.000 Arbeitsplätze weniger "nicht unrealistisch"

Konzernchef Herbert Diess bestätigte die Ankündigung des Betriebsratschefs. Genaue Zahlen, wie viele der derzeit etwa 110.000 VW-Jobs in Niedersachsen in den kommenden Jahren wegfallen werden, gab es allerdings nicht. Im Studiogespräch beim NDR Fernsehmagazin Hallo Niedersachsen sagte Diess zumindest, ein Minus von 4.000 Jobs für Hannover sei "nicht unrealistisch". Hintergrund sei ein geringerer Aufwand beim Bau von Elektro-Autos. Unterdessen wurde bekannt, dass Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover jährlich Hunderte Stellen über Altersteilzeit abbauen will. 300 bis 400 Abgänge pro Jahr seien das "Ziel, das wir erreichen sollten", sagte Markenchef Thomas Sedran am Freitagnachmittag. Derzeit beschäftige die Sparte der leichten Nutzfahrzeuge etwa 14.000 Menschen.

Videos
03:23
Hallo Niedersachsen

VW plant Milliardeninvestitionen in E-Mobilität

16.11.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Volkswagen will in den kommenden fünf Jahren insgesamt 44 Milliarden Euro investieren. Davon sollen rund 33 Millarden Euro in die Entwicklung von E-Autos fließen. Video (03:23 min)

Diess: Ford bleibt Wettbewerber von VW

Konzernchef Diess äußerte sich außerdem zu einer geplanten Partnerschaft bei leichten Nutzfahrzeugen mit Autobauer Ford. Die Allianz soll deutliche Kosteneinsparungen für beide Unternehmen bringen und womöglich noch ausgebaut werden. "Selbstverständlich bleiben Ford und Volkswagen Wettbewerber. Unsere mögliche Kooperation umfasst in keiner Weise Geschäfts,- Marketing- oder Preisstrategien", so Diess weiter. Geprüft werde außerdem die Beteiligung an einer Batteriezellfertigung. Man sei in sehr konkreten Überlegungen mit einem koreanischen Lieferanten, eine derartige Fertigung aufzubauen. Jetzt müsse noch ein wettbewerbsfähiger Standort gesucht werden und der könne auch in Niedersachsen liegen, so Diess bei Hallo Niedersachsen.

Hannover bleibt Heimat des "Bulli"

Videos
00:53

Mit dem "Bulli" durch sieben Jahrzehnte

Der erste VW Bulli ist 1950, damals noch in Wolfsburg, vom Band gelaufen. Auch nach fast 70 Jahren und sechs Modell-Generationen, gehört er fest zum Straßenbild. Video (00:53 min)

In Emden werden laut Diess künftig elektrische Kleinwagen und Limousinen mehrerer Marken produziert. Hannover bleibe auch künftig die Heimat des VW "Bulli". "Wir schreiben damit die jahrzehntelange Erfolgsgeschichte von VW Bus und Transporter für das E-Zeitalter an diesem Standort fort", sagte Diess. Allerdings werde sich das Werk in Stöcken auf die sogenannte ID. Buzz-Familie spezialisieren - einen elektrischen Kleinbus. Der traditionelle Transporter wird ab 2024 nicht mehr in Hannover gebaut.

Passat nun doch nicht in Emden

Die Verlagerung der Produktion des Passats nach Tschechien sei den gewünschten Synergien geschuldet. Zuvor hatte VW angekündigt, Emden zum Passat-Zentrum auszubauen. "Im Segment der B-Limousinen herrscht harter Wettbewerb", sagte Diess. Eine Prüfung habe ergeben, dass die Produktion des bauähnlichen Passat mit dem Skoda Superb in Summe die bessere Strategie sei, so Diess weiter.

Diess bald auch für China-Geschäft zuständig

Auf Diess kommen zukünftig noch weitere Aufgaben zu: "Der Aufsichtsrat der Volkswagen Aktiengesellschaft hat dem Vorstandsvorsitzenden die Aufgabe übertragen, in Personalunion das Konzernvorstandsressort China zu führen", teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zugleich wolle der Konzern die Führungsstruktur für die Region China neu ordnen. "Die Neuordnung und direkte Anbindung an den Vorsitzenden des Vorstands trägt der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes und dem hohen Tempo der technologischen Entwicklung in China Rechnung", hieß es weiter.

"Größter Umbau der Konzerngeschichte"

Kommentar
NDR Info

Neue VW-Strategie: Endlich ein bisschen Hoffnung

16.11.2018 17:08 Uhr
NDR Info

Statt auf grünversiffte Ökoideologen zu schimpfen, reagiert VW nun auf politischen Druck, meint Jürgen Webermann. Doch der Impuls zu mehr Elektroautos komme nicht aus Berlin, sondern aus Peking. mehr

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Mitglied des Aufsichtsrates von VW, sprach vom größten Umbau der Konzerngeschichte. Alleine in Niedersachsen würden 15 Milliarden Euro in die neuen Technologien investiert. VW habe damit eine Vorreiterrolle inne. "Wie groß die Herausforderungen sind, dafür gibt diese Planungsrunde ein sehr, sehr gutes Beispiel. Wir in Niedersachsen werden Volkswagen unterstützen", sagte Weil. Die Abgas-Affäre und die Krise des Dieselmotors machen Investitionen für das Unternehmen allerdings zu einem Kraftakt. Allein die Beilegung der Abgasaffäre hat den Konzern bisher etwa 27 Milliarden Euro gekostet.

Weitere Informationen

VW in Hannover verabschiedet sich vom Transporter

Abschied von einer Ikone: Ab 2024 soll der VW-Transporter nicht mehr bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover gebaut werden. Stattdessen sollen dort Elektro-Fahrzeuge vom Band rollen. (16.11.2018) mehr

Diesel-Käufer bekommt doch keinen neuen VW

Ein Autokäufer hatte zunächst recht bekommen: Ein Hamburger VW-Autohaus sollte ihm wegen des Diesel-Skandals ein neues Tiguan-Modell liefern. Doch das Oberlandesgericht sieht das anders. (16.11.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 15.11.2018 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:59
Hallo Niedersachsen

Schneekanonen im Harz laufen auf Hochtouren

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:02
Hallo Niedersachsen

Nach Klinik-Aus: Bürger halten 200. Mahnwache ab

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:58
Hallo Niedersachsen

"Hand in Hand": Prominente am Spendentelefon

14.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen