Stand: 15.04.2020 15:10 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Hannover: 58 Flüchtlingskinder kommen Sonnabend an

Am Wochende werden die ersten 58 jungen Flüchtlinge in Niedersachsen erwartet.

Lange hat es gedauert, jetzt steht fest: Am Sonnabend sollen 58 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern Griechenland in Hannover eintreffen. Deutschland sei entsprechend seiner Zusage auch bereit, mehr Minderjährige aufzunehmen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin. Bei weiteren Kindern müsse aber noch die Herkunft geklärt werden. Auch sei wichtig, ob sie womöglich Verwandte in einem anderen EU-Staat hätten.

350 bis 500 Kinder sollen nach Deutschland kommen

Insgesamt will Deutschland 350 bis 500 unbegleitete Minderjährige aus Lagern auf den griechischen Inseln aufnehmen - insbesondere Kinder unter 14 Jahren, kranke Kinder und Mädchen. Eu-weit sollen rund 1.500 unbegleitete Minderjährige untergebracht werden: Neben Deutschland haben sich unter anderem auch Frankreich, Luxemburg, Portugal, Irland und Finnland zur Aufnahme der Minderjährigen bereit erklärt. Bisher sind - auch aufgrund der Corona-Krise - lediglich zwölf Minderjährige nach Luxemburg geflogen worden.

Corona-Quarantäne in Niedersachsen

Die am Sonnabend eintreffenden jungen Flüchtlinge sollen für 14 Tage in Niedersachsen in Corona-Quarantäne bleiben. Dann werden sie auf mehrere Bundesländer verteilt. Dabei würden auch Angebote aufnahmebereiter Kommunen berücksichtigt, so das Bundesinnenministerium. Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche nach monatelangem Tauziehen entschieden, dass die Minderjährigen von den greichischen Inseln nach Deutschland kommen sollen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich schon länger dafür eingesetzt, geflüchtete Kinder aufzunehmen.

Terre des Hommes: "Reine Alibi-Veranstaltung"

Das Kinderhilfswerk terre des hommes bezeichnete die Entscheidung der Bundesregierung als nicht ausreichend. Es handele sich um eine reine Alibi-Handlung, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Osnabrück. Terres des hommes fordert stattdessen, dass Deutschland 5.000 Kinder aus den griechischen Flüchtlingslagern aufnimmt.

Hygienische Zustände in Lagern katastrophal

Die Situation in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln ist dramatisch. Ein Ausbruch von Covid-19-Erkrankungen könne dort angesichts katastrophaler hygienischer Zustände verheerende Folgen haben, so die Befürchtung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.04.2020 | 12:00 Uhr

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