Zwei Feuerwehrleute halten einen Wasserschlauch in der Hand. © NDR Foto: Julius Matuschik

Freiwillige Feuerwehr wächst erneut um 2.000 Mitglieder

Stand: 20.09.2021 12:36 Uhr

Ausgefallene Fortbildungen, Trainings und Treffen - die Pandemie hat den Alltag bei Niedersachsens Freiwilligen Feuerwehren umgeworfen. Dennoch haben sie Zuwachs, wie der Feuerwehrbericht 2020 zeigt.

Die Mitgliederzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2.111 auf 128.707 Einsatzkräfte. Etwa die Hälfte kam aus den Jugendfeuerwehren, berichtete Landesbranddirektor Jörg Schallhorn am Montag bei einer Pressekonferenz in Hannover. Die andere Hälfte seien Quereinsteigende, die durch die Pandemie zur Feuerwehr gekommen sind. Viele hätten darüber nachgedacht, wie sie in schwierigen Zeiten helfen könnten. "Man kann auch mit 30, 33 und älter zur Feuerwehr kommen und das ist passiert", betonte Schallhorn.

Anteil der Frauen steigt minimal, Zahl der Kinder nimmt ab

Der Frauenanteil liegt dem Bericht zufolge bei 13 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr minimal gestiegen. Insgesamt sind damit landesweit 17.059 Freiwillige Feuerwehrfrauen im Einsatz. Zum Vergleich: 2013 waren es 13.076 auf insgesamt 125.013 Mitglieder. In den Kinder- und Jugendfeuerwehren ging die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr unter dem Strich um 1.004 auf 43.807 zurück.

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Weniger und kleinere Einsätze durch Homeoffice und Rauchmelder

Die Zahl der Einsätze nahm laut Feuerwehrbericht weiter ab - um neun Prozent, 2019 waren es zwölf Prozent gewesen. Den Rückgang führt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) unter anderem auf die Corona-Pandemie zurück. "Die Tatsache, dass infolge von Homeoffice mehr Menschen zu Hause waren, hatte den Effekt, dass Brände oft schneller erkannt wurden", sagte Pistorius. Die meisten Feuer - etwa 78 Prozent - seien sogenannte Klein- und Entstehungsbrände gewesen. Das hänge wesentlich mit der seit mehreren Jahren geltenden Rauchwarnmelderpflicht zusammen. Durch die Geräte könnten größere Schäden dank des schnellen Eingreifens der örtlichen Feuerwehren oft verhindert werden. 

Langeweile? "Böswillige Alarme" nehmen um 70 Prozent zu

Einen deutlichen Anstieg registrieren die Feuerwehren bei den sogenannten böswilligen Alarmen - dabei handelt es sich um Falschmeldungen. Diese nahmen um mehr als 70 Prozent zu. Pistorius vermutet, dass die Meldungen als Streiche gemeint oder aus Langeweile gemacht wurden. Er betonte, dass dies keine Kavaliersdelikte seien und den Anrufenden Geld- und sogar Gefängnisstrafen drohten.

Minister dankt Feuerwehrkräften für Einsatz

Die Mitglieder der Feuerwehren seien "ein fester Anker in unserer Gesellschaft", sagte der Innenminister weiter. Das habe sich erst recht unter den besonderen Voraussetzungen der Pandemie gezeigt. "Dafür kann man sich nicht oft genug bedanken, denn die Feuerwehrfrauen und -männer tun das im Wesentlichen in ihrer Freizeit."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.09.2021 | 12:00 Uhr

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