Stand: 18.04.2019 11:38 Uhr

Frauenhaus: 533 Frauen und Kinder abgewiesen

533 Frauen und Kinder haben im vergangenen Jahr Schutz im Osnabrücker Frauenhaus gesucht - und nicht gefunden. Noch nie hat das Frauenhaus so viele Frauen und Kinder ablehnen müssen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Der Fall Osnabrück ist dabei zwar ein extremes Beispiel, doch auch woanders in Niedersachsen stehen nach Recherchen von NDR 1 Niedersachsen Frauen, die Schutz vor Gewalt suchen, vor verschlossenen Türen. Das Autonome Frauenhaus Oldenburg weist mehr Hilfesuchende ab, als es aufnehmen kann. Das Frauenhaus Hannover muss im Jahresdurchschnitt ein bis zwei Frauen pro Tag ablehnen.

Eine Person die auf einen See schaut.

Frauenhäuser: Große Nachfrage, wenig Platz

Hallo Niedersachsen -

Weil sie keine geeignete Wohnung finden, leben viele Frauen länger in einem Frauenhaus als nötig. Allein in Osnabrück mussten 2018 rund 530 Frauen und Kinder abgewiesen werden.

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Wenig Wohnungen, volle Frauenhäuser

Das Problem werde immer größer, sagt die Osnabrücker Frauenhaus-Mitarbeiterin Marioln Kuhlmann. Rund 2.400 Mal habe die Einrichtung Frauen und Kinder in den vergangenen sechs Jahren nicht aufnehmen können. Mit seinen Plätzen sei das Haus für den Bedarf in der Stadt und selbst im Landkreis Osnabrück theoretisch gut aufgestellt, sagt Kuhlmann. Der Hauptgrund für den Platzmangel sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Gerade für Frauen mit Kindern werde es immer schwieriger, eigenen, bezahlbaren Wohnraum in den Städten zu finden. Vor allem in größeren Städten ist das ein Problem. Das Frauenhaus Göttingen berichtet, wie schwierig es für die Frauen oft ist, einen Vermieter zu überzeugen - zumal, wenn sie Frauen aus schwieriger Lage kommen und womöglich noch Arbeitslosengeld beziehen. Und so warten die Frauen in den Frauenhäusern auf eine Wohnung, während andere an Tür oder Telefon abgewiesen werden.

Beratung und Hilfe für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 erhalten Betroffene 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr Beratung. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte erhalten anonym und kostenfrei Hilfe.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.04.2019 | 12:00 Uhr

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