Stand: 27.01.2017 15:30 Uhr

Ernte läuft: In den Wäldern fliegen die Späne

Die Mitarbeiter der Landesforsten in Niedersachsen sind derzeit im Dauereinsatz, um in den Wäldern ausgewählte Bäume zu fällen. Begünstigt werde die Arbeit der rund 500 Forstwirte im Land durch die kalten Temperaturen, so Landesforsten-Sprecher Stefan Fenner. Wegen der gefrorenen Böden würden die Waldwege nicht mit Schlamm verschmutzt und geschont. Das Ziel der Holzfäller ist bereits wenige Monate nach Beginn der Holzernte gesteckt: Aus den Wäldern soll auch in diesem Jahr wieder eine Menge von etwa 8,3 Millionen Kubikmeter Holz entnommen werden.

Lebensgefahr: Erntebereiche gesperrt

Welche Bäume werden ausgewählt, markiert, gefällt und abtransportiert? Zum einen geht es jüngeren Bäumen, die zu dicht beieinander stehen, an den Stamm, so Fenner. Gefällt werden aber auch Bäume, die ein bestimmtes Alter und eine festgelegte Größe erreicht haben. Zudem gehe es darum, dass einzelne Baumarten nicht in Gebieten dominieren, die für Mischwälder vorgesehen sind. Die Bereiche, in denen die Forstwirte das Holz schlagen, seien während der Arbeit großflächig abgesperrt. "Da gehen Tonnen zu Boden, wenn die Bäume gefällt werden. Für Spaziergänger besteht Lebensgefahr", sagte Fenner.

Vier Millionen junge Bäume werden gepflanzt

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Wer dieser Tage durch die Wälder spaziert, der sieht sie: Holzpolter.

Bereits seit Oktober sind die Forstwirte in den Wäldern Niedersachsens unterwegs - zumindest dort, wo Laubbäume geschlagen werden. Denn erst wenn das Laub von den Ästen gefallen ist, können die Arbeiten beginnen. Die Kettensägen verstummen dann wieder im März. Einzelne Arten wie etwa Nadelbäume, werden aber auch im Sommer gefällt. Geerntet werde nur so viel, wie auch nachwächst, so die Landesforsten. Nach der Holzernte im März beginnt die Pflanzsaison und dauert bis Mai. Dann werden rund vier Millionen junge Bäume in Niedersachsen gepflanzt, vor allem um die Laubmischwälder weiter auszubauen.

Eiche erzielt Spitzenpreise

Ein Teil der Ernte, etwa die wertvollen Hölzer Eiche und Esche, aber auch seltenere Laubbaumarten wie Ahorn, werden auf sogenannten Holzsubmissionen versteigert. Die Bietenden geben dabei ihre Angebote schriftlich ab. Zuletzt erzielte Eichenholz Spitzenpreise, so die Landesforsten. Die Behörde hat in Northeim etwa rund 2.900 Kubikmeter hochwertiges Laubholz meistbietend verkauft. Der Umsatz betrug 1,2 Millionen Euro. Der Eichenpreis ist auf rund 600 Euro pro Kubikmeter angestiegen.

Weniger Holz für den Kamin

Der größte Teile des geschlagenen Holzes wird allerdings an andere Abnehmer verkauft und weiterverarbeitet. "Die Nachfrage hat im gesamten Gebiet in den vergangenen drei bis vier Jahren eher abgenommen", so Fenner. Das liege unter anderem daran, dass die Winter seit etwa drei Jahren recht mild waren und gleichzeitig die Ölpreise gesunken sind.

Für mehr Vielfalt

Niedersachsens Landesforsten kümmern sich um 330.000 Hektar der insgesamt 1,2 Millionen Hektar großen Waldflächen. "Wir arbeiten daran, den Anteil der Kiefer zu verringern, um mehr Diversität zu ermöglichen", sagte Manfred Böhling, Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Der Grund dafür: Mischwälder seien naturnäher und ökologisch wertvoller.

Weitere Informationen

Holzernte beginnt: Gute Nachfrage erwartet

Eichen, Buchen, Weiden: Die Niedersächsischen Landesforsten haben mit der Ernte von Laubbäumen begonnen. In dieser Saison sollen 500.000 Kubikmeter gefällt werden. (05.10.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 26.01.2017 | 14:30 Uhr