Stand: 16.10.2019 07:58 Uhr

Ernte: Trockener Sommer trübt Bilanz

Landwirt Cord Heinrich aus Burgdorf bei Hannover muss wie seine Kollegen Einbußen bei der Kartoffel-Ernte hinnehmen.

Angesichts des zweiten trockenen Sommers in Folge fällt die Ernte in Niedersachsen regional höchst unterschiedlich aus. "Viele Betriebe sind wohl mit einem blauen Auge davongekommen", sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, am Dienstag in Hannover. "Aber ebenso viele fuhren auch katastrophale Ergebnisse ein." Das sei auf die unterschiedlichen Regenmengen und die unterschiedliche Beschaffenheit der Ackerböden zurückzuführen. Gelitten hätten vor allem Betriebe mit sandigen Böden, etwa in der Lüneburger Heide, aber auch im Westen Niedersachsens. Die Landwirtschaft müsse sich an das veränderte Klima anpassen und den Klimaschutz vorantreiben, sagte Schwetje. Im Vergleich zum Vorjahr falle die Ernte zwar besser aus, aber angesichts der Dürre im Jahr 2018 sei das keine Kunst, hatte ein Sprecher vorab gesagt. Das beeinträchtige etwa die Maisproduktion.

Klimaschutzprogramm ebenfalls Thema

Wo es wenig geregnet habe, hätte die Beregnung der Felder zwar geholfen, aber die Bewässerung gehe ins Geld, so Schwetje gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Pro Hektar habe die Beregnung zwischen 300 und 500 Euro gekostet. Die Kammer erörterte auch die Anforderungen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Dabei ging es etwa darum, wie gebundenes Kohlendioxid in der CO2-Bilanz der Landwirtschaft angerechnet werde.

Unterdurchschnittliche Ernte

Das Landvolk hatte bereits im September mitgeteilt, dass viele niedersächsische Landwirte mit der Ernte unzufrieden seien. In zehn Landkreisen sei die Ernte um bis zu 15 Prozent schlechter ausgefallen als im niedersächsischen Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017. Preissteigerungen müssten die Verbraucher aber nicht befürchten, hieß es.

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Ernte: Landwirtschaftskammer zieht Bilanz

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Die Ernte in Niedersachsen fällt sehr unterschiedlich aus. Hintergrund sind verschiedenen Regenmengen und die Beschaffenheit der Ackerböden, aber auch die Fruchtfolge spielt eine Rolle. Video (03:02 min)

Mais-Ernte besser als im Vorjahr

Für verschiedene Ackerkulturen hat das Landvolk zudem schon Zahlen mitgeteilt. Niedersachsens Bauern ernteten demnach mit 4,2 Millionen Tonnen Kartoffeln mehr als eine Million Tonnen weniger als im Durchschnitt. Die Maisernte werde dagegen besser als im Vorjahr, liege aber ebenfalls noch unter dem Durchschnitt - wegen des Wassermangels in vielen Gebieten. Bei den Zuckerrüben befürchten die Landwirte sogar eine noch schlechtere Ernte als 2018. Der Ertrag falle mit 62,3 (2018: 63) Tonnen je Hektar niedriger aus und auch der Zuckerwert sei mit 18,7 Prozent geringer (2018: 19,1 Prozent).

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 15.10.2019 | 19:30 Uhr

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