Stand: 13.02.2019 10:16 Uhr

Drei Tage Brexit-Reise: Was bleibt?

von Christoph Hamann
Birgit Honé (5. von links) im Gespräch mit britischen Brexit-Gegnern.

Ja, sie sind es wirklich: Gleich zwei der bekanntesten Brexit-Befürworter des Landes, Jacob Rees-Mogg und David Davis, sitzen im fast leeren "Strange's Dining Room", dem Restaurant des britischen Unterhauses, und essen zu Mittag. Kurze Verwirrung bei Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé und der Delegation aus Niedersachsen. Soll man ins Gespräch kommen mit den beiden strikten Europa-Gegnern? Jetzt, wo die Niedersachsen gerade das Unterhaus besuchen und gleich auch noch Premierministerin Theresa May über den Stand ihrer Brexit-Pläne sprechen will, wieder einmal? Nach kurzem Zögern drehen Honé und ihr Gefolge bei - lieber keine Begegnung. Die wäre daheim in Deutschland wohl auch kaum zu erklären.

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Europaministerin Birgit Honé auf Brexit-Reise

Hallo Niedersachsen -

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Brexit: Wie unklar ist die Lage wirklich? Europaministerin Birgit Honé hat sich auf einer dreitägigen London-Reise ein Bild gemacht.

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Rattenköder im Unterhaus

Wenig später, zwei Etagen höher, ein kleiner Konferenzraum mit Blick auf die Themse. Altes Mobiliar, Teppich, in einer Ecke liegt ein Rattenköder. Das Unterhaus ist renovierungsbedürftig. Dass es auch Briten gibt, die das Brexit-Votum zutiefst bedauern, machen Hilary Benn und Philippa Whitford klar. "Der EU-Austritt ist eine Katastrophe. Noch schlimmer ist nur, dass unsere Regierung wirklich überhaupt nicht weiter weiß", sagt Benn, Labour-Mitglied und Sohn von Tony Benn, der in den 1960er- und 70er-Jahren mehrfach Minister war. "Ich schließe nicht aus, dass Großbritannien auseinander fällt, sollte der harte Brexit kommen", meint Whitford in gutem Deutsch. Die Chirurgin ist Mitglied der europafreundlichen Scottish National Party und gebürtige Irin. Sie weiß von allein 90.000 Nordiren, die aus Angst vor dem EU-Austritt die irische Staatsbürgerschaft beantragt haben.

Der Brexit rückt näher

Drei Tage Besuch in einem verwirrten Land: Birgit Honé ist zufrieden. Mehr Verständnis habe man nun für Gegner und Befürworter des Brexits - und den Willen, in Niedersachsen noch mehr Auskunft und Hilfe im Falle eines harten britischen EU-Ausstiegs bereitzustellen. Für Unternehmen, Studierende, in Niedersachsen lebende Briten. Am 29. März ist Brexit-Tag. Kaum jemand zweifelt noch daran.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 12.02.2019 | 18:00 Uhr

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