VIDEO: Was denken die Niedersachsen über die Corona-Politik? (2 Min)

Bund-Länder-Treffen zu Corona: Weil will Bürger überzeugen

Stand: 14.10.2020 14:22 Uhr

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter deutlich an. Heute berät Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Virus. Ein Streitthema ist das Beherbergungsverbot.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat heute Morgen bundesweit 5.132 neue Corona-Fälle gemeldet. So viele neue Fälle gab es seit April nicht. Für Niedersachsen meldete das RKI 295 Neuinfektionen. Das niedersächsische Gesundheitsministerium meldete heute mit 441 neuen Fällen einen noch drastischeren Anstieg. Gestern waren es noch 263 Neuinfektionen. Der Grund für die unterschiedlichen Zahlen liegt bei Verzögerungen in der Meldekette und Unterschieden in der Erhebung beim Land und beim RKI.

Weil hofft auf überzeugendes Ergebnis der Beratung

Wie die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden kann, darüber beraten die Regierungschefs der Bundesländer heute Nachmittag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin - erstmals wieder direkt vor Ort und nicht in einer Videoschalte. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft, dass am Ende dabei ein Kurs herauskommt, der die Bürger überzeugt. "Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens sind wir vor allem auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen", sagte Weil vor dem Treffen. Politische Vorgaben und Regeln könnten ein vorsichtiges und umsichtiges Verhalten nicht ersetzen, so Weil. Allerdings müsse die Politik für einige Bereiche auch klare Regeln aufstellen, wenn dies nötig sei - etwa eine Begrenzung der Gäste bei privaten Feiern. "Insofern hoffe ich, dass die Bund-Länder-Gespräche zu einem gemeinsamen und auch für die Bürger überzeugenden Kurs in der vor uns liegenden schwierigen Zeit beitragen werden", sagte Weil.

Streit um Beherbergungsverbot

Ein Thema, bei dem sich die Länderchefs uneins sind, ist das Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten. So verteidigen etwa Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) das Verbot mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen. Dagegen fordert etwa Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Beherbergungsverbote aufzuheben, und auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisiert diese Regelung, die in vielen Bundesländern gilt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hält das Beherbergungsverbot zum jetzigen Zeitpunkt für angemessen, plädiert aber für eine Überprüfung nach der Herbst-Reisezeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.10.2020 | 08:00 Uhr

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