Stand: 05.11.2014 08:39 Uhr

Bohrschlamm: Ministerium will alle Gruben prüfen

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Jahrzehntelang wurde belasteter Bohrschlamm achtlos entsorgt. (Themenbild)

Eine Arbeitsgruppe der Landesregierung soll eine Bestandsaufnahme aller alten Bohrschlamm-Gruben in Niedersachsen machen. Das hat das Umweltministerium angekündigt. Eine Sprecherin sagte NDR 1 Niedersachsen, der Arbeitskreis solle klären, wann und wo möglicherweise belasteter Schlamm aus der Öl- und Gasförderung in nicht-abgedichtete Gruben gekippt wurde. Dafür müssen voraussichtlich Tausende Akten aus den vergangenen Jahrzehnten durchgearbeitet werden. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Energie (LBEG) geht davon aus, dass es in Niedersachsen mindestens 400 Gruben gibt. Anlass der Prüfung ist die Berichterstattung des NDR über belastete Bodenproben aus dem Landkreis Rotenburg.

Wie viele Flächen sind verseucht?

Wie viele verseuchte Flächen es in Niedersachsen genau gibt, ist noch unklar. Fest steht aber, dass sich die Unternehmen um die Sanierung kümmern müssen - doch erst, wenn sich ein Landkreis bei ihnen meldet. Nach neuesten Angaben des Niedersächsischen Umweltministeriums haben seit dem Jahr 1870 zwischen 26.000 und 28.000 Öl- und Gasförderbohrungen im ländlichen Niedersachsen stattgefunden.

"Wir sind natürlich dafür verantwortlich"

Die Sanierung einer alten Grube kann Millionen Euro kosten. Sobald ein Landkreis heute an einer ehemaligen Bohrstelle gefährliche Stoffe im Boden entdeckt, sind die Unternehmen verpflichtet, sich um die Sanierung zu kümmern. Sie müssen den belasteten Boden abtragen und fachgerecht entsorgen. "Wir sind natürlich dafür verantwortlich und zahlen auch dafür", heißt es bei den Energiekonzernen ExxonMobil und RWE Dea. Aktuelle Fälle von ausgehobenen Gruben gibt es zum Beispiel im Landkreis Vechta und im Wendland. Nach jetztigem Stand ist nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen völlig unklar, wie viele Gruben es gibt. Es könnten laut Umweltministerium theoretisch Hunderte, aber auch Tausende sein.

Alarmierende Testergebnisse

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) nimmt die alarmiernde Ergebnisse des NDR Verbrauchermagazins Markt, bei dem zwei von drei Bodenproben aus dem Landkreis Rotenburg erheblich erhöhte Belastungswerte aufgewiesen haben, sehr ernst. Nun müsse geklärt werden, wie hoch der Schaden und wer für ihn verantwortlich ist.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.11.2014 | 11:00 Uhr

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