Stand: 23.03.2020 12:53 Uhr

Coronavirus: Keine Ausgangssperre, aber Kontaktverbot

Die Innenstadt von Schwerin am Marienplatz ist wie ausgestorben © NDR Foto: Henning Strüber
Bund und Länder haben sich auf weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt.

In Mecklenburg-Vorpommern wie auch im gesamten übrigen Bundesgebiet wird es wegen der Corona-Pandemie weitere Einschränkungen geben. Eine Ausgangssperre ist aber nicht vorgesehen. Das beschlossen Bund und Länder bei einer Telefonschalt-Konferenz am Sonntagnachmittag.

Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten

Demnach werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit grundsätzlich verboten. Ausgenommen seien "Kernfamilien", Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, der öffentliche Nahverkehr und Beerdigungen, wie aus dem Beschlusspapier hervorgeht. Mit einer entsprechenden Rechtsverordnung der Bundesländer sollen diese Maßnahmen von Montag an (23. März) gelten - mindestens zwei Wochen lang.

Die Beschlüsse von Ministerpräsidenten und Bundesregierung:

  • Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  • In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter Punkt 1 genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
  • Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiter möglich.
  • Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
  • Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
  • In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
  • Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

Auch Bau- und Gartenbaumärkte in MV müssen schließen

Zudem sollen weitere Dienstleistungsgeschäfte wie etwa Kosmetikstudios, Frisör- und Massage-Salons sowie Tattoo-Studios geschlossen bleiben. In Mecklenburg-Vorpommern müssen auch Bau- und Gartenbaumärkte schließen, wie die Staatskanzlei am Sonntagabend mitteilte. Doch werde den Baumärkten die Möglichkeit gegeben, Liefer- und Abholdienste einzurichten. Gewerbliche Lieferanten sind von den Schließungen nicht betroffen. Diese Maßnahmen gelten ab Montag 20 Uhr. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben. Die neuen Verfügungen sollen scharf kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden. Die Restaurants wurden in Mecklenburg-Vorpommern bereits am Samstagabend geschlossen. Ihnen ist lediglich ein Lieferdienst gestattet.

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Bürgertelefone zum Coronavirus

Zentrale Hotline des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums:
(0385) 588 - 5888
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 15 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Hotlines des Sozialministeriums:
(0385) 588 - 1999-7 und (0385) 588 - 19999 für Fragen rund um Krippen, Kindergärten, Horte und Kindertagespflegestellen
(0385) 588 - 19995 und (0385) 588 - 19997 für Fragen zu Pflege- und sozialen Einrichtungen
Mo. - Fr. 9 bis 18 Uhr

Hotline vom Kinderschutzbund für gestresste Eltern:
(0385) 479 - 1570
Mo. - Fr. 14 bis 17 Uhr

Seelsorge-Hotline der Nordkirche für Alte und Kranke:
(0800) 454 0106
täglich 14 bis 18 Uhr

Hotline des Landwirtschaftsministerium:
(0385) 588 - 6599
Mo. - Fr. 8 bis 17 Uhr

Gesundheitsamt Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:
(0395) 57087 - 5330

Landkreis Vorpommern-Greifswald:
(03834) 8760 - 2300
Mo. - Fr. 8 - 20 Uhr, Sa. + So. 9 - 12 Uhr

Landkreis Vorpommern-Rügen:
(03831) 357 - 1000
E-Mail: corona-fragen@lk-vr.de

Landkreis Nordwestmecklenburg:
(03841) 3040 - 3000
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 17 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Landeshauptstadt Schwerin:
(0385) 545 - 3333
Mo. bis Do. 8 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 12 Uhr

Landkreis Rostock:
(03843) 7556 - 9999
Von 7 bis 22 Uhr geschaltet

Landkreis Ludwigslust-Parchim:
(03871) 722 - 8800
Mo. bis Do. 8 -12 Uhr/13 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 13 Uhr, Sa. und So. 9 - 16 Uhr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.03.2020 | 17:00 Uhr

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