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Ausbildungsjahr: Genug Stellen, weniger Bewerber

Stand: 20.11.2020 15:00 Uhr

Im Frühjahr zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Prognosen für das Ausbildungsjahr in Mecklenburg-Vorpommern schlecht. Die Sorge war groß, dass sich die von der Krise gebeutelten Betriebe zurückziehen könnten. Doch diese Befürchtungen erfüllten sich nicht.

Das Ausbildungsjahr sei glimpflich abgelaufen, sagte die Vorsitzende der Regionaldirektion-Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Freitag in Schwein. Fast 7.200 Jugendliche haben sich auf mehr als 11.000 Stellen beworben. Dass es zu keinem Einbruch kam, führt Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) insbesondere auf die Unternehmen zurück. Diese hätten unbeirrt mitgezogen und weiter ausgebildet. Die Corona-Zeit habe gezeigt, dass das duale Berufsausbildungssystem krisensicher sei.

Viele offenen Stellen in verschiedenen Branchen

Rund 390 Bewerber haben noch keinen Ausbildungsvertrag, zugleich sind mehr als 1.600 Stellen noch offen. Martin appellierte deshalb an potenzielle Interessenten, sich auch jetzt noch zu bewerben. Die meisten unbesetzten Ausbildungsplätze gibt es in der Hotellerie und der Gastronomie. Es werden Köche sowie Hotel- und Restaurantfachmänner und -frauen gesucht. Auch im Einzelhandel gibt es noch Bedarf. Gleiches gilt für den Bereich Lagerlogistik, die Energietechnik und die Bereiche Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

13 Prozent weniger Bewerber als 2019

Der Vorjahresvergleich zeigt auf, dass etwas mehr Azubis vermittelt wurden als 2019, die Anzahl der offenen Stellen ist fast dagegen auf gleichem Niveau. Auffallend ist ein Minus von 13 Prozent bei der Zahl der Bewerber - vor allem unter den Abiturienten war das Minus groß. Die Bundesagentur führt das darauf zurück, dass viele jungen Menschen in der Corona-bedingten Krisenzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen seien. Es sei vorrangig darum gegangen, erst einmal den Abschluss zu schaffen und dann erst weitersehen zu wollen. Außerdem hätten viele Schüler die Möglichkeit genutzt, die Schule weiter zu besuchen - also zum Beispiel den Weg zum Abitur einzuschlagen, denn versetzt wurden ja am Schuljahresende Corona-bedingt alle.

Optimistischer Ausblick

Bundesagentur-Regionaldirektorin Haupt-Koopmann zeigte sich mit Blick auf die Zukunft zuversichtlich. Derzeit würden genauso viele Ausbildungsgesuche von den Betrieben eingehen wie in den Jahren zuvor - deswegen sei sie auch für das kommende Jahr guter Dinge. Zeitgleich startet derzeit eine Kampagne des Bildungsministeriums, die Jugendliche für eine Ausbildung begeistern soll. Und seit Beginn dieses Schuljahres gibt es in der gymnasialen Oberstufe das neue Fach "Berufliche Orientierung". Dort sollen den künftigen Schulabgängern Hinweise zu den verschiedenen Möglichkeiten gegeben werden.

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Ein Poster mit Azubis gesucht im Vordergrund und junge Menschen im Hintergrund. © dpa-Bildfunk Foto: Martin Schutt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.11.2020 | 16:00 Uhr

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