Stand: 12.12.2018 10:31 Uhr

A20-Loch: Die Behelfsbrücke ist freigegeben

Mehr als ein Jahr nach dem spektakulären Absacken der A20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist die Behelfsbrücke über das A20-Loch freigegeben worden. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) saß im ersten Auto, das gegen 8 Uhr das provisorische Bauwerk befuhr. Pegel sagte nach der Fahrt, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Brückenelementen zwar deutlich zu spüren gewesen seien, es aber nun dennoch eine gute Lösung gebe. "Ich bin sehr erleichtert, dass der Verkehr wieder über die Autobahn rollen kann und die Anwohner an der Umleitungsstrecke entlastet werden." Nach der Freigabe in Richtung Stralsund am Morgen wurde am Vormittag auch die Fahrtrichtung Rostock freigegeben.

Eine Brücke

A20-Behelfsbrücke ist freigegeben

Nordmagazin -

Gut ein Jahr nach dem Dammbruch ist die A20 bei Tribsees über die knapp 800 Meter lange Behelfsbrücke wieder befahrbar. Die vom Umleitungsverkehr geplagten Dörfer atmen auf.

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Zeit des Umleitungsverkehrs endet

Neben den Autofahrern waren die Einwohner der "Umleitungsdörfer" Langsdorf und Böhlendorf die Hauptleidtragenden des Autobahn-Desasters. Wegen der Umleitung rollten täglich rund 20.000 Autos und Lastwagen durch die Dörfer - an den Wochenenden sogar mehr. "Den Tag der Freigabe werden wir feierlich begehen - der Tag der Befreiung", hatte Langsdorfs Bürgermeister Hartmut Kolschewski bereits angekündigt. Für den Landkreis spülte ein Blitzer 1,3 Millionen Euro wegen Zehntausender Tempoverstöße in die Kasse.

Zunächst Tempo 60 - wenn es nicht zu laut ist

Auch an der 773 Meter langen Behelfsbrücke sind in beiden Richtungen Blitzer aufgestellt und bereits scharf geschaltet worden. Die Brücke wurde aus insgesamt 81 Stahlsegmenten zusammengesetzt und kostete rund 50 Millionen Euro. Sie wird für zwei Jahre gemietet - zu monatlichen Kosten in Höhe von 153.000 Euro. Für jede Richtung gibt es eine Fahrspur. Zunächst gilt Tempo 60 auf der Brücke. Allerdings müsse im Betrieb geprüft werden, ob das durchzuhalten sei, hieß es von den Behörden. Durch die Fugen in der Fahrbahn werde es zu einem dauerhaften "klack-klack-klack"-Geräusch kommen. Möglicherweise müsse das Tempo bei zu hoher Lärmbelastung reduziert werden.

Kompletter Wiederaufbau bis Anfang der 2020er-Jahre

Mit der Freigabe der Brücke können nun die Arbeiten für den eigentlichen Wiederaufbau des havarierten Abschnitts beginnen. Der weggesackte Damm soll in den kommenden Jahren durch eine konventionelle Brücke ersetzt werden. Sobald sie fertig ist, übernimmt sie den Verkehr von der Behelfsbrücke, an deren Stelle dann die Richtungsfahrbahn nach Stettin neu aufgebaut werden soll. Früheren Angaben zufolge ist mit Gesamtkosten von rund 150 Millionen Euro zu rechnen. Die Brücke soll Anfang der 2020er-Jahre fertig werden.

Autobahn 20: Wenn eine Straße im Boden versinkt

Abgesackt und weggebrochen

Im Herbst 2017 war das A20-Teilstück über moorigem Boden in einer Fahrtrichtung erst abgesackt und schließlich vollständig weggebrochen. Kurz darauf wiederholte sich dies auch an der anderen Fahrspur, so dass die Autobahn vollständig unterbrochen wurde. Der inzwischen weggesackte Damm wurde auf einer Torflinse gebaut. Unter anderem um die Strömung des sogenannten Fließmoors zu erhalten, wurde der Untergrund nicht verdichtet. Nachdem der Fahrdamm, der zu einer Flussbrücke führt, auf rund 100 Metern weggesackt war, war die A20 an dieser Stelle seit Oktober 2017 voll gesperrt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.12.2018 | 12:00 Uhr

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