NDR Info Hintergrund

Vielvölkerstaat Äthiopien - Kämpfe um Vorherrschaft eskalieren

Sonntag, 19. September 2021, 20:15 bis 20:30 Uhr

Erschöpfte Männer und Frauen mit Notrationen humanitärer Hilfe. © picture-alliance Foto: Claire Nevill

Ein Feature von Antje Diekhans und Bettina Rühl, ARD-Studio Nairobi

Erschöpfte Männer und Frauen mit Notrationen humanitärer Hilfe. © picture-alliance Foto: Claire Nevill
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat in der Region Afar Lebensmittel verteilt.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien weiten sich die kriegerischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Land aus.  Die Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte im November 2020 eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen. Die TPLF war bis 2019 in Äthiopien an der Macht war und hat ihre Wurzeln in der nördlichen Region Tigray. Seither wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Beide Seiten haben zur Mobilmachung aufgerufen.  Der Konflikt hat sich auch auf Nachbarregionen ausgebreitet.

Die Vereinten Nationen warnen vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Situation, vor allem in Tigray. Im Konfliktgebiet drohe die schwerste Hungersnot der Welt seit Jahrzehnten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 5 Millionen Menschen im Norden des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 400 000 sind vom Hungertod bedroht. Wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden haben Hilfsorganisationen seit Monaten keinen vollen Zugang zu den Notleidenden. Beiden Konfliktparteien wird vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben.

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