NDR Info Hintergrund

Boat Lift 9/11 - Eine (fast) vergessene Rettungsgeschichte

Dienstag, 07. September 2021, 20:33 bis 21:00 Uhr, NDR Info

Terroranschlag vom 11. September 2011 in New York © dpa

Ein Feature von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Die Ruine des World Trade Centers in New York nach dem Terroranschlag am 11. September 2001. © imago
An der Südspitze des zerstörten Manhattans konnten die Boote erreicht werden.

Bis heute ist sie die größte maritime Rettungsaktion der Geschichte. Doch sie ist auch die unbekannteste im Schatten der Terroranschläge vom 11. September 2001. Hunderttausende Menschen in New York flohen vor den Flammen und Staubwolken an der Südspitze Manhattans. Nur der Weg über das Wasser war frei. In einer spontanen Aktion wurden Fischer, Bootsführer und Fährmänner zu Helden. Innerhalb von neun Stunden brachten sie eine halbe Million Menschen in Sicherheit. In Eigenregie manövrierten sie zwischen der brennenden Südspitze Manhattans und der Küste von Staten Island oder New Jersey hin und her.

„Es war ein Wunder“, sagt Kapitän Rick Thornton. „Es war wie Pearl Harbour und D-Day an einem Tag.“ Die Bootsleute ruhten nicht, bevor der Letzte gerettet war. „Es war der teuflischste und gleichzeitig der menschlichste Tag“, sagt ein Börsenmitarbeiter, wenn er sich an die Szenen erinnert. Etwa als Wallstreet-Banker eine alte Frau und ihren Hund über Kopf wie ein Surfbrett über die wartende Menge am Kai bugsierten, um sie schneller aufs Boot zu bringen.

Kein US-Präsident hat die Helden dieser Rettungsaktion je geehrt. Doch Schiffsingenieurin Jessica DuLong sagt: „Geschichten wie diese dürfen nicht vergessen werden. Denn sie sind Geschichten der Menschlichkeit.“

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