NDR Info Hintergrund

Entführungen, Korruption, Gewalt - Haiti in politischer Dauerkrise

Sonntag, 20. Juni 2021, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Eine geballte Faust vor der Flagge von Haiti. © dpa picture alliance Foto: John Lamparski

Ein Feature von Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko

Ein wütender Protestant tritt auf ein Plakat ein. Dahinter brennt es. © dpa picture alliance Foto: Sabin Johnson
Inflation, Massenarbeitslosigkeit, schlechte Versorgung. Die Wut in der Bevölkerung ist groß.

Im Jahr 2010 wurde Haiti von einem schweren Erdbeben erschüttert: Mehr als 300.000 Menschen starben, Gebäude stürzten massenweise ein. Die Verwüstungen waren verheerend, die internationale Hilfen auf Haiti oft unkoordiniert. Gut zehn Jahre später ist das Land - flächenmäßig so groß wie Brandenburg - in einer politischen Dauerkrise.

Vom Erdbeben hat sich Haiti nie richtig erholt. Brennende Barrikaden, Entführungen und die Gewalt von konkurrierenden Gangs prägen den Alltag des Karibikstaates. Nur von der Pandemie ist das Land bisher trotz katastrophaler hygienischer Zustände vergleichsweise verschont geblieben.

Seit Januar 2020 hat Haiti kein funktionierendes Parlament mehr. Staatschef Jovenel Moise regiert per Dekret - und kann dabei auf die Unterstützung der US-Regierung zählen. Präsident Moise werden Korruption und enge Verbindungen zu kriminellen Banden vorgeworfen. Kritik wird mittlerweile auch von der Kirche laut.

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