Ein ausgebrannter Bus auf einer Straße in Nordirland. © dpa picture alliance Foto: David Young

Wenn Konfessionen spalten - 100 Jahre Anglo-Irischer Vertrag

Sendung: NDR Info Hintergrund | 06.12.2021 | 20:33 Uhr | von Christoph Prössl
25 Min | Verfügbar bis 06.12.2022

Im November gab es in Belfast Brandschläge. Der irische Bürgerkrieg war wieder präsent. Protestanten und Katholiken finden keinen Frieden.

Seit Jahrhunderten ringen die Menschen auf der irischen Insel um Identität und Macht. Konfessionen spielen dabei eine zentrale Rolle. Protestanten und Katholiken liefern sich bis heute bürgerkriegsartige Kämpfe. Protestanten, meist Nachkommen englischer und schottischer Einwanderer, verstehen sich überwiegend als Unionisten. Sie wollen im protestantischen Norden Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien bleiben. Viele Katholiken dagegen setzen sich als Republikaner für ein vereinigtes Irland ein, also für die Loslösung Nordirlands aus dem Vereinigten Königreich.

Der am 6. Dezember 1921 geschlossene Anglo-Irische Vertrag sollte die Kämpfe eigentlich beenden. Der Vertrag teilte die Insel, brachte jedoch keinen Frieden. Im Gegenteil: Der Vertrag war die Grundlage für die spätere Republik Irland und der Ausgangspunkt für eine Fortsetzung des irischen Bürgerkrieges. Bis heute, neu entfacht durch den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. Anfang November 2021 steckten Jugendliche im nordirischen Belfast Busse in Brand. Sie fühlen sich als Verlierer des Brexits - mit einer Grenze in der Irischen See, die Nordirland von Großbritannien trennt. Der Konflikt, in dem es um Konfessionen, aber auch um Identitäten geht, war wieder präsent.

Ein Polizist vor einem ausgebrannter Bus auf einer Straße in Nordirland. © dpa picture alliance Foto: David Young

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