Stand: 08.08.2020 16:57 Uhr

Rückkehr aus Risikogebiet: Das müssen Sie wissen

Ägypten, Südafrika, Luxemburg: Wer aus einem der derzeit rund 130 Risikogebiete nach Deutschland einreist, muss seit dem 8. August einen Corona-Test machen lassen - sofern man keinen negativen Test vorweisen kann, der nicht älter ist als 48 Stunden. Wie funktioniert der Pflicht-Test? Wo kann man sich testen lassen? Und was ist dabei zu beachten?

Welche Länder gehören zu den Risikogebieten?

Welche Staaten als Risikogebiete gelten, entscheidet die Bundesregierung. Das zentrale Kriterium: In welchen Staaten und Regionen hat es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben? Derzeit stehen weltweit rund 130 Staaten auf einer entsprechenden Liste des Robert Koch-Instituts - dazu gehören zum Beispiel Ägypten, Israel, Südafrika und die USA. Die meisten EU-Staaten zählen nicht zu den Risikogebieten. Allerdings wird das weltweite Infektionsgeschehen täglich neu überprüft. Deshalb kann es kurzfristig Änderungen geben. Derzeit zählen in der Europäischen Union die spanischen Regionen Katalonien, Aragon und Navarra, das Land Luxemburg sowie die belgische Provinz Antwerpen zu den Risikogebieten.

Ist eine Test-Pflicht rechtlich überhaupt möglich?

Ja, ein solcher Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit sei zumutbar und verfassungsrechtlich legitim, sagen Rechtsexperten. Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf Paragraf 5 des Infektionsschutzgesetzes, das kürzlich für Ausnahmelagen wie die Coronavirus-Pandemie geändert worden war. Demnach kann der Bund eine ärztliche Untersuchung bei Einreisenden aus Risikogebieten zur Pflicht machen. Diese gilt seit dem 8. August.

Wie wird die Testpflicht durchgesetzt?

Die Verordnung zur Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten trat am 8. August in Kraft. Wer sich nicht an die Verordnung hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Entscheidung über Strafen liegt nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei den Behörden vor Ort und kann bei bis zu 25.000 Euro liegen.

Gesundheitsminister Spahn: "Freiheit kommt mit Verantwortung"

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich künftig einem Corona-Test unterziehen. Wie funktioniert die Umsetzung? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch.

2,37 bei 27 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Wer wird auf das Coronavirus getestet?

Die Testpflicht gilt nur für Einreisende aus Risikogebieten. Wer mit dem Flugzeug aus einer solchen Region zurückkehrt und keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, der höchstens 48 Stunden alt ist, kann sich noch am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen. Die Testpflicht gilt auch für Einreisende an Seehäfen und für Rückkehrer, die mit dem Zug oder Auto aus Risikogebieten nach Deutschland kommen. Sie können sich unter der Telefonnummer 116 117 informieren, wo in Wohnortnähe ein Test gemacht werden kann. Für Einreisende auf dem Landweg kündigte Bundesgesundheitsminister Spahn stichprobenartige Kontrollen an, um zu überprüfen, ob sich die Reisenden an die geltenden Bestimmungen halten. Auch Einreisende aus Ländern, die nicht zu den Risikogebieten zählen, können sich testen lassen.

Wie wird getestet und wann endet die Quarantäne?

Die Flughäfen haben zentrale Teststellen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten errichtet. Man muss sich aber nicht dort testen lassen, sondern kann sich auch erst direkt in häusliche Quarantäne begeben und dann einen Test machen lassen. Bis die Ergebnisse bekannt sind (in der Regel nach einem Tag), müssen Reisende aus Risikogebieten in Quarantäne bleiben. Wenn das Testergebnis negativ ist, entfällt die sonst vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne. Bei dem Test handelt es sich in der Regel um PCR-Tests, bei denen ein Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen vorgenommen wird. Für die Umsetzung der Testpflicht sind die Bundesländer zuständig.

Wer bezahlt die Corona-Tests?

Für Reisende aus dem Ausland sind die Pflichttests und auch die freiwilligen Tests derzeit kostenlos. Die Krankenkassen kommen dafür auf. Für die Finanzierung wird die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds verwendet, der allerdings dafür höhere Bundeszuschüsse erhält.

Wie ist die Situation am Flughafen Hamburg?

Am Hamburger Airport ist es seit 31. Juli möglich, sich als Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Das Corona-Testzentrum befindet sich nicht direkt im Ankunftsbereich, sondern im Terminal Tango, dem ehemaligen Charterflieger-Zentrum. So soll gewährleistet werden, dass die Passagiere ausreichend Abstand zueinander halten können. Ankommende Fluggäste werden bei der Grenzkontrolle mit Handzetteln darüber informiert, dass sie sich vor Ort testen lassen können. Hinweisschilder führen dann zum Testzentrum. In den Fällen, in denen die Reisenden nicht in Hamburg wohnen, werden die Testergebnisse an die Ämter des Wohnortes weitergeleitet.

Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebieten

NDR 90,3 -

Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten müssen sich jetzt testen lassen oder einen negativen Test vorlegen. Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, erläutert das Prozedere.

2,71 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Wie ist die Situation am Flughafen Hannover?

Am Airport Hannover wurden die Teststationen auf einem Parkdeck am Terminal C eingerichtet. Durchgeführt werden die Tests seit Ende Juli von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Das Testzentrum soll im 24-Stunden-Dauerbetrieb laufen. Von Hannover aus werden derzeit drei Länder angeflogen, die auf der Liste von Risikogebieten des Robert Koch-Instituts stehen: die Türkei, Serbien und Weißrussland. Eine Sprecherin des Flughafens schätzte die Zahl der rückkehrenden Passagiere aus diesen Ländern auf rund 10.000 im Monat.

Weitere Informationen

Corona-Pflichttest: Andrang am Hannover Airport

Der erste Tag der Corona-Pflichttests ist am Flughafen Hannover ohne größere Probleme verlaufen, Interessenten standen aber zum Teil Schlange. Auch der FMO sieht sich gut gerüstet. mehr

Wie ist die Situation am Flughafen Bremen?

Am Flughafen in Bremen können sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten seit dem 31. Juli auf das Coronavirus testen lassen. Mehrere Teststellen wurden dafür aufgebaut.

Wie ist die Situation am Flughafen Münster/Osnabrück?

Am Flughafen Münster/Osnabrück in Nordrhein-Westfalen können sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten bereits seit dem 28. Juli kostenlos testen lassen.

Wie ist die Situation am Flughafen Rostock-Laage?

Am Flughafen Rostock-Laage können Reiserückkehrer noch keine Tests machen lassen. Bislang starten und landen dort lediglich Flüge aus München und Kreta. Der Flugverkehr in die Türkei soll erst am 11. August wieder aufgenommen werden.

Aktuelle Informationen

Corona-Ticker: Mehr als 10.000 Reiserückkehrer in SH getestet

An den Teststationen in Schleswig-Holstein haben sich bislang mehr als 10.000 Reiserückkehrer testen lassen. Dabei sollen Ergebnisse binnen 24 Stunden vorliegen. Mehr News im Live-Ticker. mehr

Weitere Informationen

Urlaub in Corona-Zeiten: Wo gelten Reisewarnungen?

In vielen Ländern steigt die Zahl der Corona-Fälle wieder an. Reisewarnungen gelten deshalb für Luxemburg, Antwerpen sowie für Teile Spaniens, Bulgariens und Rumäniens. mehr

Was Sie zur Maskenpflicht wissen müssen

Um die Coronavirus-Ausbreitung einzudämmen, gilt in Norddeutschland in Teilen des öffentlichen Raums eine Maskenpflicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu finden Sie hier. mehr

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie hat den Alltag massiv verändert. Die Ausbreitung hat sich aber verlangsamt. Was muss weiter beachtet werden? Was hat die Forschung ergeben? Fragen und Antworten zum Coronavirus. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 06.08.2020 | 11:45 Uhr