Stand: 10.10.2019 21:46 Uhr

Große Razzia gegen Schleuser-Bande in Hamburg

Mit einem Großaufgebot ist die Bundespolizei in Hamburg gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. Rund 100 Beamte waren am Donnerstag in den Stadtteilen Tonndorf und Horn im Einsatz. Am Nachmittag gaben sie ihre Bilanz bekannt: Mehrere Wohnungen seien durchsucht und ein Mann festgenommen wordem. Auch Laptops, Mobiltelefone, Bargeld und Dokumente wurden sichergestellt.

Verdacht der gewerbsmäßigen Einschleusung

Die Aktion richtete sich gegen eine deutsch-ghanaische Gruppe. Sie steht im Verdacht, vor allem Migranten aus Ghana mit Flügen nach Deutschland eingeschleust zu haben. Außerdem sollen Mitglieder des Netzwerks Urkunden gefälscht, falsche Ausweispapiere und Arbeitserlaubnisse verschafft haben. Für ihre Dienste hätten die Männer bis zu 9.000 Euro verlangt.

Auch Einzelheiten zu dem Festgenommenen teilte die Bundespolizei mit: Er soll zunächst in einer christlichen Glaubensgemeinschaft als Pastor aufgetreten sein. Dann habe er eine neue freikirchliche Gemeinschaft in Billbrook gegründet. Den Treffpunkt soll er als Anlaufstelle für Schleusungen genutzt haben. Wie viele Fälle die Polizei dem Mann vorwirft, ist noch unklar. Nach Informationen des Hamburg Journals im NDR Fernsehen könnte es sich um einige Dutzend Personen handeln, denen der mutmaßliche Schleuser die illegale Einreise nach Deutschland ermöglichte.

Ermittlungen laufen bereits seit 2017

Den Tipp bekamen die Beamten von im Ausland eingesetzten Kontaktbeamten der Bundespolizei. Bereits seit 2017 laufen demnach Ermittlungen gegen das mutmaßliche Netzwerk, in den vergangenen Monaten hatten sie mehrere Razzien durchgeführt. Dabei waren den Angaben zufolge zwei Haftbefehle vollstreckt worden. Weitere Ermittlungen hätten dann zu der erneuten Razzia geführt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.10.2019 | 16:00 Uhr

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