Jugendliche im Motorboot auf der Dove-Elbe in Hamburg-Neuengamme. © picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde Foto: McPHOTO/C. Ohde

Forum Tideelbe: Zwei Projekte haben Nase vorn

Stand: 30.09.2020 14:39 Uhr

Wie können immer höhere Fluten an der Hamburger Elbe verhindert werden - und wie bekommt die Natur gleichzeitig mehr Platz?

Darüber haben Fachleute des Forum Tideelbe vier Jahre lang beraten und ihre Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt. Sie hatten sich mit drei möglichen Großprojekten auseinandergesetzt. Ergebnis: Rund 700 Millionen Euro veranschlagt das Forum dafür, die Alte Süderelbe in Finkenwerder wieder mit dem Hauptstrom zu verbinden. Rund 400 Millionen Euro würde es kosten, in der Haseldorfer Marsch auf schleswig-holsteinischem Gebiet Deiche zurückzuverlegen. Diese beiden Ideen sollen jetzt weiter ausgearbeitet werden.

Anschluss Dove-Elbe eher nicht

Das dritte Großprojekt ist dagegen offenbar weitgehend vom Tisch: Die Fachleute hatten auch einen Plan erarbeitet, damit an der Dove-Elbe wieder Ebbe und Flut herrschen. Dagegen gibt es vor Ort breiten Widerstand. Und Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sagte bei der Präsentation der Ergebnisse, es gebe aus Hamburger Sicht bei der Dove-Elbe einige Zweifel.

Widerstand nicht nur von Anwohnern

Widerstand gegen den Plan, die Alte Süderelbe zu öffnen, kommt nicht nur von den direkten Nachbarinnen und Nachbarn am Deich in Finkenwerder, sondern auch von den Obstbauern im Alten Land. Sie befürchten unter anderem, dass das benötigte Wasser für Plantagen mit Schadstoffen belastet wird. Bis an der Alten Süderelbe und an der Haseldorfer Marsch die ersten Bagger anrollen, dürften noch rund zehn Jahre vergehen.

Im Forum Tideelbe befassen sich Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, der Bund, Kreise, Kommunen und Verbände mit einer nachhaltigen Entwicklung der Tideelbe.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.09.2020 | 14:00 Uhr

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