Elbvertiefung: Probleme durch Schlick im Hamburger Hafen

Stand: 19.02.2021 12:41 Uhr

Ist die Elbvertiefung in Hamburg in Gefahr? Die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) räumt größere Schwierigkeiten ein. So steht es in einem internen Papier, das NDR 90,3 vorliegt.

Es ist eine deutliche Warnung, sogar vom Projektleiter der Elbvertiefung: Es gebe "erhebliche Risiken", heißt es in dem elfseitigen Bericht. Der Grund dafür: Weil sich zu viel Schlick und Sediment im Hamburger Hafen ansammelt, ist es schwierig, schon jetzt die Wassertiefen zu halten. Bevor die Bagger anrücken können, um die Fahrrinne zu vertiefen, muss der Schlick erst einmal weg sein. Am Ziel, die tiefere Fahrrinne bis zum Sommer für Schiffe freizugeben, hält die HPA aber fest. Die Details würden derzeit geklärt, erklärte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde.

Umweltschützerinnen und Umweltschützer warnen seit Jahren davor, dass im Hafen und in der Elbe deutlich mehr Schlick gebaggert werden muss, wenn die Elbvertiefung fertig ist. Hamburg prüft derzeit mehrere Möglichkeiten, wo der Schlick in Zukunft verklappt werden kann - unter anderem nahe der Insel Scharhörn in der Elbmündung.

Tschentscher spricht mit Günther

In der kommenden Woche ist dazu auch ein Spitzentreffen zwischen Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und dem schleswig-holsteinischen Regierungschef Daniel Günther (CDU) geplant. Derweil mehren sich in der Hafenwirtschaft Stimmen, die der HPA vorwerfen, das Problem verschlafen zu haben. Ein weiterer Vorwurf von Unternehmen: Während in der Elbe gebaggert wird, vernachlässigt die HPA die Liegeplätze. Auch dort gebe es zu viel Schlick.

BUND fordert Stopp der Elbvertiefung

Die Umweltschutzorgansation BUND forderte erneut einen sofortigen Stopp der Elbvertiefung. Die Lage sei dramatisch sagte Hamburgs BUND-Chef Manfred Braasch. Er sprach von Ignoranz und Unfähigkeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.02.2021 | 13:00 Uhr

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