Stand: 23.03.2018 17:49 Uhr

Attacke nach Demo: Polizei fahndet mit Fotos

Nach der Prügelattacke auf einen Mann am vergangenen Montag in Hamburg sucht die Polizei nun mit Fotos nach einem der beiden Tatverdächtigen. Beide sollen einen 37-Jährigen angegriffen und schwer verletzt haben. Die Tat geschah nach der "Merkel-muss-weg"-Demo gegen 20 Uhr am U-Bahnhof Stephansplatz. Das Opfer verlor bei dem Angriff das Bewusstsein und kam stationär in ein Krankenhaus.

900 linksgerichtete Gegendemonstranten

Am vergangenen Montagabend hatten sich etwas 200 Demonstranten erneut unter dem Motto "Merkel muss weg" vor dem Dammtor-Bahnhof versammelt. Wie in den Vorwochen protestierten zahlreiche linksgerichtete Demonstranten gegen die Kundgebung. Die Polizei zählte etwa 900 Gegendemonstranten.

37-Jähriger wurde schwer verletzt

Als es nach 20 Uhr zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern beider Lager am Dammtor kam, setzte die Polizei nach eigenen Angaben Pfefferspray ein. Am U-Bahnhof Stephansplatz ist dann der 37-jährige Teilnehmer der "Merkel muss weg"-Kundgebung geschlagen und getreten worden. Er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Ermittler werteten Überwachungsvideos aus

Die Beamten hätten Überwachungsvideos ausgewertet, erklärte die Polizei am Freitag. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg sei dazu vom Amtsgericht ein Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erlassen worden. Der Haupttäter sei zwischen 20 und 30 Jahren alt, etwa 1,90 bis zwei Meter groß, habe ein deutsches Erscheinungsbild und sei Brillenträger. Zeugen, die Hinweise geben können, sollen sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Rufnummer 040 4286-56789 melden.

Polizei musste Krawalle verhindern

In den vergangenen Wochen hatte es montags immer wieder die Kundgebung "Merkel muss weg" und Gegendemonstrationen gegeben. Die Polizei verhinderte Krawalle jeweils mit einem größeren Aufgebot. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes sind unter den rechten Demonstranten auch sogenannte Reichsbürger, die den Bestand der Bundesrepublik Deutschland ablehnen. Unter den Gegendemonstranten befänden sich anderseits auch Linksextremisten, zum Beispiel aus dem Antifa-Milieu.

AfD-Fraktion stellt sich hinter Initiatorin

Am Montagabend empfing die Hamburger AfD-Fraktion die Initiatorin der ersten Anti-Merkel-Demonstration, Uta Ogilvie, als Gastrednerin im Rathaus.

Weitere Informationen

Ein Schwerverletzter nach Demo gegen Merkel

Etwa 200 Menschen haben in Hamburg unter dem Motto "Merkel muss weg" demonstriert. Etwa 900 Gegendemonstranten protestierten dagegen. Ein Mann wurde zusammengeschlagen und schwer verletzt. (20.03.2018) mehr

"Reichsbürger" bei "Anti-Merkel-Demos"

Unter den Teilnehmern der "Anti-Merkel-Demos" in Hamburg sollen auch sogenannte Reichsbürger gewesen sein. Das hat der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes, Torsten Voß, mitgeteilt. (18.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:54
Hamburg Journal

Tagesstätte für Obdachlose plant Kältebus

18.12.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:01
Hamburg Journal

Auftakt im Prozess um G20-Ausschreitungen

18.12.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:03
Hamburg Journal

Senat beschließt Maßnahmenpaket gegen Staus

18.12.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal