Stand: 12.06.2018 15:06 Uhr

Fipronil: Code betroffener Eier veröffentlicht

Mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier sind erneut aus den Niederlanden im deutschen Einzelhandel gelandet. Die Untersuchung eines zweiten Labors habe die Verunreinigung in 73.545 Eiern bestätigt, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. In Norddeutschland sind Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen. Zudem landeten belastete Eier in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern in den Regalen. Das Ministerium hat nun den Code bekannt gegeben, der auf den Eiern steht: Er lautet 0 NL 4031002. Die Veröffentlichung der Codes hatten zuvor auch die Grünen in Niedersachsen gefordert. Mit ihnen können Verbraucher prüfen, ob sie belastete Eier im Kühlschrank haben.

"Züchter setzen Mittel nicht mehr ein"

Die Eier stammen von einem niederländischen Bio-Legehennenbetrieb. Nach Ansicht der niederländischen Lebensmittelbehörde ist die Verunreinigung eine Spätfolge des Fipronil-Skandals im Sommer 2017. Offensichtlich befänden sich im Boden noch immer Reste des Stoffes, sagte ein Sprecher. Die festgestellten Werte des Giftes seien deutlich geringer als auf dem Höhepunkt des Skandals vor einem knappen Jahr. Das deute daraufhin, dass es sich um Reste handele: "Die Züchter setzen das Mittel nicht mehr ein." Nach der Ursache für die erneute Belastung werde bereits gesucht. In den Niederlanden waren in der vergangenen Woche bereits belastete Eier von einem anderen Hof entdeckt worden. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Freitag erstmals über die erneute Feststellung von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden informiert. Der Umfang des Problems war da noch nicht deutlich.

Keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Für die Verbraucher besteht nach Einschätzung der Behörden derzeit keine Gesundheitsgefahr. Welche Supermärkte betroffen sind, ist noch unklar. Die Überwachungsbehörden kontrollierten die Rücknahme, erklärte eine Sprecherin des Agrarministeriums in Hannover. Vom 17. Mai bis zum 4. Juni seien insgesamt 97.200 Eier aus den Niederlanden an eine Packstelle im niedersächsischen Landkreis Vechta geliefert worden.

Seit 2017: Gezielte Tests auf Fipronil

Vor knapp einem Jahr war bekannt geworden, dass Fipronil in Legehennenbetrieben verbotenerweise zur Bekämpfung von Parasiten eingesetzt worden war. Massenhaft Eier tauchten mit Fipronil im Handel auf - erst in den Niederlanden, dann auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Viele Eier und Eierprodukte wurden zurückgerufen. Seitdem wird gezielt auf Fipronil getestet. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde nun die Überschreitung der Höchstwerte festgestellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2018 | 12:00 Uhr

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