Die Poetry-Slammerin Mona Harry auf der Bühne © imago images / Willi Schewski Foto: Willi Schewski

"wasfüreinjahr..." mit Mona Harry

Stand: 14.12.2020 15:24 Uhr

Die Poetry-Slammerin Mona Harry aus Kiel blickt ambivalent auf das vergangene Jahr zurück. Geholfen hat ihr allerdings ganz bestimmte Musik.

Im Rückblick: Was war 2020 für ein Jahr für Sie?

Ein sehr ambivalentes: Auf der einen Seite habe ich mir viele Sorgen gemacht - Sorgen um die Existenz meiner KünstlerkollegInnen und die Kulturszene im Allgemeinen. Sorgen um die Gesundheit meiner Mitmenschen. Sorgen um den Verstand all der Verschwörungsmythengläubigen. Auf der anderen Seite habe ich mich persönlich einem gewissen Eskapismus hingegeben und viel Zeit draußen und mit Prokrastination verbracht. Außerdem war ich wahnsinnig dankbar für meinen Freundeskreis und wie sehr wir füreinander da waren. So ist mein persönliches Jahr irgendwo doch auch mit schönen Erinnerungen versehen.

Was ging für Sie wegen Corona auf einmal nicht mehr?

Auftreten.

Und was haben Sie dann stattdessen gemacht?

Tatsächlich habe ich ganz klischeehaft im ersten Lockdown etwas gelernt, das ich mir schon länger aneignen wollte: Nähen. Nachdem ich meinen halben Kleiderschrank umgenäht hatte, ist die Euphorie dahingehend allerdings wieder verflogen. Ansonsten habe ich überaus langsam an meiner Meisterthesis geschrieben, in der Hoffnung mein Studium dann doch irgendwann noch zu beenden. Außerdem darf ich gerade an der Gestaltung einer Ausstellung im Altonaer Museum in Hamburg zum Thema Wunderkammer mitwirken, was eine großartige Erfahrung ist.

Welches Buch oder welche Musik oder was sonst hat Sie in dieser Zeit richtig froh gemacht und aufgebaut?

Tatsächlich habe ich in diesem Jahr das auf dem Teppich liegen und einfach nur Musik hören wieder für mich entdeckt. Besonders begleitet haben mich dabei Fortuna Ehrenfeld, Käptn Peng, Phosphorescent, Milliarden, Faber und Isolation Berlin.

Was hat die Zwangspause durch Corona für Sie Positives gebracht?

Die Einsicht, dass es nicht immer nötig ist, am Limit zu laufen, sondern auch der Müßiggang beizeiten eine schöne Fortbewegungsform ist.

Wie optimistisch schauen Sie auf 2021?

Es bleibt ein flaues Gefühl, dass vielleicht mehr Kultur und Kunst Corona zum Opfer gefallen sein mag als bisher sichtbar ist. Trotzdem bin ich leise optimistisch und freue mich sehr auf echte Bühnen.

Und sonst so?

Ansonsten bleibt zu sagen: Unterstützt eure Künstler*innen! Kauft CDs, Bücher und Eintrittskarten oder schaut ob Ihr etwas spenden könnt. Es gibt viele tolle Projekte, die es wert sind.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 31.12.2020 | 06:40 Uhr

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