Stand: 19.11.2019 14:33 Uhr

Internationales Musikfest Hamburg feiert Jubiläum

von Marcus Stäbler

Das Internationale Musikfest Hamburg feiert im Frühjahr 2020 sein erstes kleines Jubiläum. Zum fünften Mal präsentiert Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter am Ende der Saison das Festival mit großen Stars der Klassik und viel neuer und zeitgenössischer Musik, inspiriert von einer gemeinsamen Programmidee. Was die Hörer vom 24. April bis zum 25. Mai 2020 erwartet, hat der Intendant am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

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Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter freut sich auf die Oper "Saint François d'Assise" von Olivier Messiaen.

Höhepunkt des Programms ist die rund fünfstündige Oper "Saint François d'Assise" von Olivier Messiaen (1908-1992). "Eine große Herausforderung", sagt Lieben-Seutter. "Es ist ein Mittelding aus Oper und Oratorium, es ist überlang, es hat Hunderte Mitwirkende und für die Titelrolle ist es unglaublich anspruchsvoll. Es geht um Franz von Assisi, und es ist eines der großen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Ich freue mich sehr, es passt wunderbar in die Elbphilharmonie, auch von der besonderen Spiritualität des Raums, es ist ein lang gehegter Wunsch, dass 'Saint François d'Assise' in der Elbphilharmonie kommt."

"Glauben" ist das Motto des Musikfestes Hamburg

Diesen Wunsch erfüllt sich Christoph Lieben-Seutter in Zusammenarbeit mit der Staatsoper Hamburg. Gleich drei Mal wird der Messiaen-Schüler und -Kenner Kent Nagano im Mai 2020 die Oper über den Heiligen Franziskus dirigieren. Die Aufführungen des fünfstündigen Werks sind das Herzstück im Programm vom Internationalen Musikfest, das diesmal um das Motto "Glauben" kreist.

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Internationales Musikfest Hamburg: Programm steht

Hamburg Journal -

Das Internationales Musikfest Hamburg im Frühjahr 2020 wirft seine Schatten voraus. Das Thema Glauben steht im Fokus. 42 Konzerte stehen auf dem Programm.

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"Glauben ist ein superwichtiges Thema, eine urmenschliche Eigenschaft", sagt Lieben-Seutter. "Wir wollten uns damit in einem etwas größeren Maß auseinandersetzen und nicht einfach nur spirituelle Werke zur Aufführung bringen. Wir haben daher auch Kompositionen gewählt, die zwar etwas mit der christlichen Musiktradition zu tun haben, aber auch andere Ansatzpunkte haben. Und es gibt einige Konzerte, die nicht um Gott oder gerade um den Zweifel an Gott gehen."

Variationen der Rock-Oper "Jesus Christ Superstar"

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Jazzpianist und Entertainer Stefano Bollani spielt Variationen der Rock-Oper "Jesus Christ Superstar".

Das NDR Elbphilharmonie Orchester spielt unter Herbert Blomstedt Arthur Honeggers dritte Sinfonie mit dem Beinamen "Liturgique", die mit einer Vision des Jüngsten Gerichts beginnt, Yannick Nézet-Seguin dirigiert das Stabat Mater von Francis Poulenc und der Jazzpianist und Entertainer Stefano Bollani verneigt sich mit seinen eigenen Variationen vor der Rock-Oper "Jesus Christ Superstar".

Komponistin Sofia Gubaidulina besonderer Schwerpunkt

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In den Kompositionen von Sofia Gubaidulina spielt der Glaube eine große Rolle.

Einen besonderen Schwerpunkt widmet das 42 Konzerte umfassende Festival der Komponistin Sofia Gubaidulina. "Sie ist eine der ganz großen Komponistinnen unserer Zeit", sagt Lieben-Seutter. "Sie wird auf der ganzen Welt sehr gefeiert. Sie ist ein Mensch, für den der Glaube eine ganz große Rolle spielt. Das ist in fast allen ihren Musikwerken klar zu merken." Gubaidulinas Oratorium "Über Liebe und Hass" von 2016 erklingt in einem Konzert der Symphoniker Hamburg; der NDR Chor und NDR das neue werk präsentieren den Sonnengesang von Sofia Gubaidulina Ende Mai in der Hauptkirche St. Katharinen.

Lieben-Seutter lenkt Blick auf Konzerte in kleinen Sälen

Neben den großformatigen Konzerten bietet das Programm viele spannende kleinere Projekte, wie Lieben-Seutter betont. "Es gibt zum Beispiel eine Johannes-Passion mit nur einem Sänger, der alle Rollen singt. Es gibt tolle Jazzprojekte. Es gibt die tolle Eva Reiter, eine österreichische Komponistin, die das ganze Jahr über in der Elbphilharmonie Residenzkomponistin ist und die hier kaum jemand kennt. Aber was sie bisher gemacht hat, ist sehr sehenswert. Ich schlage deshalb vor, das Programm etwas genauer zu lesen und vielleicht gerade die Abende in den kleinen Sälen genauer zu betrachten und zu besuchen."

Es lohnt sich auch, das Programm schnell anzuschauen, denn es sind am Dienstag einmal 33.000 Tickets für das Internationale Musikfest in den Verkauf gegangen - darunter auch für die Aufführung der Franziskus-Oper von Olivier Messiaen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 19.11.2019 | 16:20 Uhr

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