Stand: 10.09.2015 19:11 Uhr

Eine Hommage an Rachmaninov

Rachmaninov - Variations
von Daniil Trifonov & The Philadelphia Orchestra
Vorgestellt von Chantal Nastasi

CD der Woche

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Der 24-jährige Daniil Trifonov gewann 2014 den ECHO Klassik in der Kategorie Nachwuchskünstler des Jahres.

"Bei ihm stimmt alles und sogar noch mehr", hat Martha Argerich mal über ihn gesagt. Es war der Chopin-Wettbewerb 2010, der den jungen Pianisten Daniil Trifonov bekannt machte. Zwar gewann er "nur" den dritten Preis, doch auf diesen folgten viele weitere renommierte Wettbewerbsauszeichnungen und vor allem Einladungen in die großen Konzerthäuser. Von Kollegen, von Kritikern, von anderen, die Trifonovs Klavierspiel erlebten: Es hagelte Lob überall.

Nach einem Livemitschnitt aus der Carnegie Hall, die lange Zeit die einzige Aufnahme von ihm auf dem Markt war, veröffentlicht Trifonov jetzt seine erste Studioaufnahme mit dem Philadelphia Orchestra und dem Dirigenten Yannick Nézet-Séguin.

Exzellente Begleiter

Messerscharf ist sein Anschlag. Die Luft scheint förmlich still zu stehen, wenn Daniil Trifonov spielt. Und die fulminanten ersten Variationen der Rachmaninov-Rhapsodie über ein Thema von Paganini knistern vor Spannung.

Trifonov scheint immer ein bisschen - wenn auch nur einen winzigen Hauch - vor der Zeit da zu sein. Wie wenn Hase und Igel um die Wette laufen. Nur, dass hier das Philadelphia Orchestra unter Leitung von Yannick Nézet-Séguin wunderbar mithält.

Das Orchester spielt nicht nur höchst aufmerksam und begleitet exzellent. Dass Rachmaninovs Rhapsodie so klingt, gelingt erst, wenn alle Beteiligten die Musik wirklich erleben, gestalten, gemeinsam fühlen.

Mühelose Leichtigkeit

Und das ist Trifonov eben auch: nicht nur ein spieltechnisch kaum zu Übertreffender, sondern auch ein Klangzauberer, glasklar in den höheren Lagen, wuchtig und glühend in den Bässen.

Die gesamte Palette an Klangfarben kann Trifonov in unterschiedlichen Variationen zeigen: Zu denen über das Paganini-Thema reihen sich Rachmaninovs Variationen über ein Thema von Chopin und jene über ein Thema von Corelli, beide für Klavier solo.

Gerade bei den Variationen über ein Thema von Chopin ist man schier hingerissen von der mühelosen Leichtigkeit, mit der Trifonov die virtuosen Passagen präsentiert, ja fast zelebriert.

Überzeugende Eigenkompositionen

Und sein Rachmaninov-Album offenbart uns auch eine neue Facette: Trifonov komponiert. Zwar tut er das seit er fünf ist, seit er auch mit dem Klavierspielen begonnen hat, aber erstmals erscheint eine Aufnahme mit einem seiner Stücke. "Rachmaniana" heißt es, ist inspiriert von Rachmaninovs Musik und ist streckenweise aber auch so klangmalerisch, dass es an die Musik von Debussy erinnert.

Eigene Kompositionen und ein hörbares Faible für Rachmaninovs Musik: Mit seiner neuen Einspielung macht Daniil Trifonov seinem Ruf als junges Tastengenie alle Ehre - nicht verpassen!

Rachmaninov - Variations

Genre:
Klassik
Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 14.09.2015 | 15:20 Uhr

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