CD-Cover: Chouchane Siranossian - Romberg: Violinkonzerte © Alpha

CD der Woche: Chouchane Siranossian spielt Andreas Romberg

Stand: 12.02.2021 19:11 Uhr

Die Geigerin Chouchane Siranossian hat zusammen mit dem Capriccio Barockorchester Werke des Niedersachsen Andreas Romberg ausgegraben und drei seiner Violinkonzerte zum ersten Mal aufgenommen.

CD-Cover: Chouchane Siranossian - Romberg: Violinkonzerte © Alpha
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von Raliza Nikolov

Sehr beschaulich geht's los - Andreas Romberg, geboren 1767 in Vechta, drei Jahre älter als Beethoven, vom bewunderten Haydn geprägt, selbst ein virtuoser Geiger, bleibt aber nicht beim ruhigen und besinnlichen Ton. Es gibt wunderbare Überraschungsmomente, die wiederkehren, zum Beispiel auch im Finale dieses C-Dur-Konzerts.

Eine einfühlsame Erzählerin auf Entdeckungsreise

Chouchane Siranossian, 1984 in Lyon geboren, mit armenischen Wurzeln, ist eine einfühlsame Erzählerin mit Weitblick. Sie verbindet in ihrer überlegten wie überlegenen Interpretation aufs Schönste die so unterschiedlichen Einflüsse, die sie geprägt haben: die große russische Schule von Tibor Varga und Zakhar Bron, die Uraufführung zeitgenössischer Werke, vor allem aber auch das Studium Alter Musik mit Reinhard Goebel. Kein Wunder also, dass sie sich gern auf Entdeckungsreise begibt. Und in diesem Fall kann man einmal mehr sagen, dass es sich gelohnt hat, diese Violinkonzerte von Andreas Romberg auszugraben.

Welch großen Kontrast zu den geschäftigen Außensätzen bietet das Adagio cantabile, von Chouchane Siranossian mustergültig ausgesungen. Aber auch hier überrascht Romberg, als wollte er sagen, die gelassene Ruhe müsst ihr euch immer wieder neu erarbeiten.

Eine schöne Überraschung

Das Capriccio Barockorchester, beheimatet in Rheinfelden bei Basel, erweist sich als feinsinniger Begleiter der Meister-Geigerin Chouchane Siranossian, immer geschmackvoll, nie übertreibend, was diese Musik aber schon abkönnte, und stets zurückhaltend, wenn Chouchane Siranossian ihrer Virtuosität freien Lauf lässt.

Einen herrlichen Rausschmeißer gibt's zum Schluss: Im Finale des A-Dur-Konzerts zeigt Chouchane Siranossian noch einmal, wie gut sie historisch-informiertes Spiel und modernen Zugriff zu verbinden weiß, und all das wie mit einem Augenzwinkern versehen. Andreas Romberg, eine schöne Überraschung!

Romberg: Violinkonzerte

Label:
Alpha

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 14.02.2021 | 15:20 Uhr

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