Das Gespräch

Gast: Joachim Huber

Sonntag, 07. Februar 2021, 13:00 bis 13:30 Uhr

Ein Jahr ist es her, dass der erste Fall einer Corona-Infektion in Deutschland bestätigt wurde - doch damals ahnte der Berliner Journalist Joachim Huber nicht, wie bald, wie einschneidend und wie nachhaltig dieses neuartige Virus sein Leben verändern würde. Anfang März des vergangenen Jahres, als die Zahl der Infizierten in Deutschland noch niedrig war und das Wissen über Sars-Cov-2 gering, da steckte sich der heute 62-Jährige an.

Fünf Wochen im künstlichen Koma

Joachim Huber © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Britta Pedersen
Joachim Huber spricht im Interview über schmerzhaften Erfahrungen und über kleine Glücksmomente.

Mit dramatischen Folgen: Er erlitt im Laufe seiner Corona-Erkrankung nicht nur eine Lungenembolie und totales Nierenversagen, sondern auch noch einen Herzinfarkt. Fünf Wochen lag er im künstlichen Koma, seine Frau und seine Tochter durften ihn nicht besuchen. "Ich hatte, als ich aufgewacht bin, quasi keinen Muskel mehr im Leib", erinnert sich Huber. "Ich bin wirklich in große Panik geraten, weil ich mich nicht bewegen konnte." Noch immer ist sein Kampf gegen die Krankheit nicht ausgefochten. Und wenn er heute Bilder von Corona-Patienten auf der Intensivstation sieht, dann geht ihm das besonders nahe.

Traumatische Erinnerungen

Seit kurzem arbeitet der Leiter des Medien-Ressorts des "Tagesspiegel" wieder, aber von Normalität kann noch keine Rede sein. Drei Tage sitzt der Journalist im Homeoffice, ansonsten verbringt er viel Zeit mit Arztbesuchen, mit Physiotherapie per Zoom - und damit, seine schmerzhaften Erfahrungen zu teilen. Das ist ihm ein Anliegen. Er will Corona-Leugner bekehren und die Langzeitfolgen der Krankheit mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Joachim Huber spricht sehr persönlich über seine Corona-Erkrankung, über traumatische Erinnerungen und über kleine Glücksmomente. Er wünscht sich mehr Gelassenheit beim Warten auf die Impfung und hinterfragt kritisch die Rolle der Medien in Pandemie-Zeiten. Im Gespräch mit Alexandra Friedrich bleibt Huber ein unbeirrbarer Optimist: "Der Überlebenswille wird siegen, und die Klugheit wird auch siegen. Wir schaffen das."

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