Starke Stücke

Mit Raliza Nikolov

Dienstag, 18. Februar 2020, 13:00 bis 14:00 Uhr

Henri Vieuxtemps © picture-alliance / akg-images
Henri Vieuxtemps

Am 17. Februar 1820 kam Henri Vieuxtemps in Verviers in Belgien zur Welt. Mit sieben war er schon unterwegs auf seiner ersten Konzertreise, zusammen mit seinem Vater. Es sollten noch viele Reisen folgen in diesem bewegten Leben. Als Geiger bereiste Vieuxtemps die meisten europäischen Länder, aber auch Russland und Amerika.

Robert Schumann charakterisierte sein Spiel einmal so: "Wie eine Blume duftet und glänzt dieses Spiel zugleich."

Zwischen den Extremen

Cellokonzert Nr. 1 a-moll op. 46
Heinrich Schiff, Violoncello
Radio-Sinfonie Orchester Stuttgart
Ltg.: Neville Marriner
Violinkonzert Nr. 2 fis-moll op. 19
Chloë Hanslip, Violine
Königlich Flämische Philharmonie Antwerpen
Ltg.: Martyn Brabbins

Vieuxtemps steht quasi zwischen den Extremen - zwischen dem dämonischen Paganini, dem er in London begegnet ist, auf der einen Seite, und dem eher braven Giovanni Battista Viotti und seinen Schülern auf der anderen Seite. Nicht zu exzessiv virtuos, auch nicht zu sehr in der Tradition der Klassik verhaftet.

Er übte großen Einfluss auf die Violinkonzertliteratur ebenso wie auf das Violinspiel selbst aus.

Das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven hat Vieuxtemps studiert und aufgeführt, 1834, in einer Zeit, da es fast vergessen war.

Sieben Violinkonzerte und zwei Cellokonzerte

Er hat nicht nur für sein Instrument, die Violine, komponiert, sondern auch zwei Cellokonzerte hinterlassen. Nach einem Schlaganfall schrieb er: "Ich wandte mich der Komposition zu und konnte seit meinem schrecklichen Unglück die 'Voix intimes' und das Violoncellokonzert veröffentlichen."

Seine Reputation als Komponist verdankt Vieuxtemps aber seinen insgesamt sieben Violinkonzerten. Am beliebtesten wurden sein viertes und fünftes Violinkonzert, das zweite in fis-Moll entstand etwa 1837.