Opernkonzert

"Gott oder Dämon?": Der Bassbariton George London

Samstag, 30. Mai 2020, 20:00 bis 23:00 Uhr

Sobald er die Bühne betrat, zog er alle Blicke auf sich. Und sobald er sang, bekamen viele seiner Fans Gänsehaut vor Begeisterung. Dieser Künstler war von Stimme und Statur ein Jahrhundert-Phänomen - und ein Publikumsmagnet.

Der Opernsänger George London steht auf einer Bühne und breitet die Arme aus. © dpa - Report Foto: dpa
George London in der Titelrolle des "Fliegenden Holländers" bei einer Aufführung während der Bayreuther Festspiele im Jahre 1959.

George London war mit seiner geschmeidigen, kernigen Stimme, seiner exzellenten Artikulation und seinem schauspielerischen Talent dazu prädestiniert, selbst die kleinsten Partien zu einem Ereignis werden zu lassen - und die großen geradezu überlebensgroß zu gestalten: als Abbild seiner eigenen Seele. Zu seinem Markenzeichen wurden innerlich gebrochene, tragische und dämonische Opernfiguren wie der Zar Boris Godunow, der Fliegende Holländer oder der Frauenverführer Don Giovanni.

George Londons kometenhafter Aufstieg

Der kometenhafte Aufstieg des Amerikaners mit russisch-jüdischen Wurzeln begann 1949 in Wien. 1951 debütierte er in Bayreuth und kurz danach an der New Yorker Metropolitan Opera. Dieses Theater wurde neben der Wiener Staatsoper zur zweiten künstlerischen Heimat für George London, der außerdem an fast allen führenden Bühnen der Welt, auch als Konzert- und Lied-Sänger gastierte.

Künstlerischer Höhepunkt als "Boris Godunow" am Bolschoi-Theater

Als absoluten Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn bezeichnete er seinen Auftritt als Titelheld in Mussorgskis "Boris Godunow" am Moskauer Bolschoi-Theater im September 1960. Wenige Jahre später musste er seine Opernkarriere krankheitsbedingt vorzeitig beenden - ein Schicksalsschlag für den Künstler und ein Schock für sein Publikum.

Eine Sendung von Marek Kalina

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Szene aus "Hoffmanns Erzählungen" © Vincent Leifer

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