Stand: 19.12.2017 15:39 Uhr

Theaterreform Nordost: Kooperation statt Fusion?

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Kooperation statt Fusion? Auf einem Spitzentreffen in Schwerin wurden Möglichkeiten zum Erhalt der Theaterlandschaft im Osten Mecklenburg-Vorpommerns ausgelotet. (Archivbild)

Aus vier mach eins: die Theaterstandorte in Stralsund und Greifswald, Neubrandenburg und Neustrelitz sollen zu einem großen Staatstheater Nordost fusionieren - eigentlich. Nach einem Spitzentreffen am Montagnachmittag im Kultusministerium in Schwerin steht nun noch eine weitere Variante in der Diskussion: ein Kooperationsmodell.

Auf einer Theaterbühne stehen Personen.

Theatergesellschaften: Kooperation statt Fusion

Nordmagazin -

Eigentlich sollten die Theater Greifswald und Stralsund sowie Neubrandenburg und Neustrelitz fusionieren. Nun wird eher über Kooperation statt über Fusion nachgedacht.

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Eigenständigkeit bliebe erhalten

Der alternative Vorschlag für eine Kooperation wurde von den Vertretern der kommunalen Ebene eingebracht. Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, bliebe es beim Theater Vorpommern mit den Standorten Stralsund und Greifswald sowie der Theater- und Orchestergesellschaft (TOG) in Neubrandenburg und Neustrelitz.

Stralsunds OB: Die Zeit drängt

Sowohl Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) als auch der Landrat des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Heiko Kärger (CDU), betonten, auch bei einer Kooperation müsse Geld eingespart werden, denn so wie bisher könne es nicht weitergehen. "Die Kooperation ist das, was wir jetzt machen sollten. Denn wir haben ja schon bestimmte Erfahrungen mit Reformen wie etwa der Kreisgebietsreform, deshalb sollte man etwas machen, was im Land akzeptiert wird", sagte Kärger NDR 1 Radio MV. Badrow verwies auf die drängende Zeit: "Ich kann mir vorstellen, dass es im August soweit sein muss." Denn die finanziellen Mittel der Theater reichten nicht mehr aus.

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Ministerium offen für Kooperationsvorschlag

Mecklenburg-Vorpommerns Kulturministerin Birgit Hesse (SPD) zeigte sich offen für das Kooperationsmodell. Die Theaterreform dürfe nicht von der Landesregierung diktiert werden. "Es hat sich gezeigt, dass im Rahmen dieses Fusionskonzeptes doch ein Dissens besteht." In dem Gespräch sei dann der Gedanke entstanden, ob die Ziele der Fusion nicht auch über eine Kooperation erreicht werden könnten.

Neues Treffen im Januar

Nun müsse geprüft werden, ob die neue Idee für alle Seiten tragbar sei, so Hesse. Im Januar wollen sich die Beteiligten erneut zusammensetzen und beraten, ob die Theater im Osten des Landes im kommenden Jahr fusionieren oder künftig kooperieren.

GMD Tewinkel würde bleiben

Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel sagte auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV, dass er weiter für das Amt zur Verfügung stehen würde, wenn die Fusion mit dem Theater Vorpommern abgesagt werde. Landrat Kärger will nach eigenen Worten den scheidenden geschäftsführenden Intendanten, Joachim Kümmritz, bitten, ein bis zwei Jahre länger zu bleiben. Dessen Vertrag läuft im Sommer 2018 aus. Dirk Löschner, Intendant des Theaters Vorpommern und bereits zum zweiten Geschäftsführer der TOG berufen, solle seine Stelle vorerst behalten, so Kärger. Löschner und Kümmritz müssten nun schnell an einen Tisch geholt werden, um zu klären, wer künftig welche Aufgaben übernimmt. Die Gesellschafter prüfen jetzt, wie die Kooperation mit den Häusern Greifswald und Stralsund aussehen und wie viel Geld damit eingespart werden kann.

Bei einer Fusion hatte das Land in Aussicht gestellt Mehrheitsgesellschafter eines "Staatstheater Nordost" zu werden. Bei der Fusion sollte Neustrelitz am meisten Federn lassen, Neubrandenburg die Philharmonie und das Theater Vorpommern das Musiktheater, Ballett und Schauspiel behalten. Das hatte zu starken Protesten an der Mecklenburgischen Seenplatte geführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.12.2017 | 17:50 Uhr

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