Stand: 18.05.2018 16:15 Uhr

Theater und Wetter haben viel miteinander zu tun

von Peter Helling

Das Mai-Wetter zeigt sich in Hamburg von seiner allerbesten Seite. Und im Thalia in der Gaußstraße kann man jetzt live erleben, wie es gemacht wird - ganz konkret. In der Aufführung "Das Wetter" ist zu sehen, wie ein Wetterfrosch wie Frank Böttcher arbeitet, was er am täglichen Chaos des Wetters schätzt und wieso Theater und Wetter viel miteinander zu tun haben.

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Frank Böttcher moderiert das Wetter bei NDR Aktuell.

Der Hamburger Wetterfrosch Frank Böttcher beherrscht es wie kaum ein anderer, uns das Wetter zu erzählen: "Als Wissenschaftler muss man akzeptieren, dass bei so einem Wetterbericht nicht alles an Informationen gefüllt sein kann, nicht jede Sekunde kann ich vollpacken mit Zahlen und Daten - ein ganz großer Teil ist tatsächlich Unterhaltung!"

Die Wettervorhersage soll Laune machen, egal ob die Welt zusammenbricht. Als Regisseur Jan Philipp Stange Frank Böttcher fragte, ob der in seinem Stück mitmachen will, sagte der sofort zu und begeisterte das Theater-Team. "Das war einfach ein super Eintritt, den er geleistet hat, als er zu uns auf die Probe gegangen ist. Es war einfach sehr faszinierend, was der Herr uns dann alles erzählt hat", schildert Stange.

Ein eingebautes Wetterstudio

Was kann es Spannenderes geben als Geschichten vom Wetter? Die Frage, ob der Grill an Pfingsten raus kann? In der Wettervorhersage wittert der Regisseur einen theatralen Vorgang: "Jeden Abend kommt die Fernsehgemeinde zusammen, schaut sich die Zukunft an und erschafft sich darüber als Gemeinschaft."

Im Thalia in der Gaußstraße hat man ein ganzes Wetterstudio nachgebaut - mit einer riesigen Studiosonne, die für gleichmäßiges Licht sorgt und einer Leinwand, auf die die Wetterkarten projiziert werden. In der Inszenierung tropft das echte Leben, die Natur, die Stürme, der Regen, all das, in die künstliche Welt des Theaters. Und zwar live, direkt aus dem NDR Studio in Lokstedt.

"Das ist das Großartige. Die Zuschauer werden auf jeden Fall klüger aus diesem Stück herausgehen, als sie hereingekommen sind, egal ob ihnen das Stück gefallen hat oder nicht", erklärt Böttcher seine Motivation.

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Kleine Pannen, großes Drama

Jan Philipp Stange will den Arbeitsalltag von Frank Böttcher untersuchen, wenn der Zufall in Böttchers Leben tritt. Hier kommt Bekim Latifi ins Spiel: Er verkörpert Nils Möhle, einen anderen Meteorologen, der so toll sein will wie Frank Böttcher. "In dem Moment, in dem der Wettergott, also Frank Böttcher, die Bühne verlässt, ist der Meteorologe Nils Möhle auf sich allein gestellt", erklärt der Regisseur die Handlung. Allein im Studio macht Möhle sich erst mal einen Kaffee. Probiert ein paar Ballettschritte aus und nimmt kräftige Züge aus seinem Nikotin-Inhalator.

Plötzlich geht etwas schief. Seine Rauchwolken erscheinen auf dem Bildschirm, auf dem sich die Erdkugel dreht und die ist plötzlich bedrohlich eingenebelt. Vor Schreck verschüttet er seinen Kaffee. Und sofort springt der Alarm an. Die Bildschirme werden schwarz und zeigen Sturmwarnung. Aus kleinen Pannen werden Wetterereignisse. Frank Böttchers allabendlicher Wetter-Dienst wird bei Möhle zur chaotischen Show. "Wer von Loriot das Stück "Das Bild hängt schief" kennt, der wird dieses Stück hier lieben, weil das eben ganz große Unterhaltung ist", sagt Böttcher.

Ungewohnte Bühne

Normalerweise spricht Frank Böttcher zu Millionen, die er nicht sieht. "Ich bin Gast bei den Menschen zu Hause, ich bin eingeladen, mit den Menschen das Abendessen zu verbringen, und wenn ich mich nicht vernünftig benehme, dann ist es ein Knopfdruck, und ich werde aus der Wohnung geschmissen."

Im Theater ist das anders: Für Böttcher ist es ein Abenteuer, die 200 Zuschauer leibhaftig zu sehen. Hier kann man erleben, wie ein Wettergott strauchelt. Pfingsten soll es übrigens wechselhaft werden.

Theater und Wetter haben viel miteinander zu tun

Wetter-Moderator Frank Böttcher spielt sich in "Das Wetter" selbst. Das Stück am Thalia Theater bietet so einige Einblicke über die Aufbereitung der Wetternachrichten.

Art:
Bühne
Datum:
Ort:
Thalia Theater
Gaußstraße 190
22765  Hamburg
Telefon:
(040) 32 81 44 44
E-Mail:
theaterkasse@thalia-theater.de
Preis:
22 Euro
Kartenverkauf:
Restkarten gegebenfalls an der Abendkasse

Ermäßigung:
"Sozialkarte" für Empfänger ALG I & II
Schwerbehinderten Erm. 50%" ab einem GdB von 50%, bei eingetragenem "B" auch für die Begleitperson
"Jugendkarte" für Schüler/Studierende/BFD bis 30 Jahre

Alle übrigen Ermäßigungen und gesonderte Plätze für Rollstuhlfahrer sind nur direkt an der Kasse des Thalia Theaters erhältlich.
Der Nachweis der Ermäßigung muss am Einlass erbracht werden.
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 18.05.2018 | 19:00 Uhr

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