Stand: 09.06.2020 15:00 Uhr

Rostocker Volkstheater: Groß denken - klein planen 2020/21

von Bernd Kalauch

Am Montag hat die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz ihr neues Programm nach Corona vorgestellt. Nun hat am Dienstag das Volkstheater in Rostock nachgezogen. Intendant Ralf Reichel und seine Führungscrew haben sich Flexibilität und Teamwork auf die Fahnen geschrieben, denn noch steht alles im Spielzeit-Heft unter Corona-Vorbehalt. Groß denken - klein planen - so die Devise der Volkstheatermacher.

Vorstellung der neuen Spielzeit 2020/ 2021

Das Große Haus des Volkstheaters Rostock © dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
Das Volkstheater Rostock hat seinen Spielplan 2020/21 an die Gegebenheiten angepasst.

Puccinis "Tosca" sollte der große Opernauftakt werden - eine zu oppulente Besetzung in Corona-Zeiten. Stattdessen gibts nun Ende September Benjamin Brittens Kammeroper "Die Schändung der Lukretia". Als wäre sie für Pandemiezeiten geschrieben, bedarf es bei der Inszenierung nur eines zwölfköpfigen Kammerorchesters und acht Sängerinnen und Sänger. Trotzdem will Marcus Bosch, von August an nun auch Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie, musikalisch nicht kleckern, sondern klotzen - sprich das Vermögen des Klangkörpers ausschöpfen.

Auch programmlich hat sich Bosch viel vorgenommen. Die Chefin der Tanzkompagnie, Katja Taranu, trainiert derzeit ihre Tänzerinnen und Tänzer quasi einzeln, Hebefiguren, Umarmungen, Körperkontakt - Fehlanzeige wegen Corona. Die Stücke "Saturn return" und "The great Migration" hat Taranu für die kommende Saison herausgesucht.

Unwägbarkeiten durch Corona

Ganz anders hat sich noch vor Monaten Intendant Ralf Reichel die neue Theatersaison vorgestellt - aber jetzt ist er froh, dass es hoffentlich bald losgehen kann - wenn auch mit vielen coronabedingten Unwägbarkeiten, was die Größe des Publikums oder die Anzahl der Mitwirkenden auf der Bühne angeht. Das Schauspielensemble will diesen neuen Blick mit Inszenierungen von Ödön Horvaths "Jugend ohne Gott", Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" und dem Weihnachtsmärchen Rapunzel wagen.

Nicht nur Intendant Ralf Reichel wünscht sich eine neue Spielzeit 20/21 ohne Lockdown für Rostock. Der Intendant hat auch seinen Glauben an ein neues Haus für sein Ensemble und natürlich das Rostocker Publikum noch nicht aufgegeben. Übrigens: Einen Knüller gibt’s schon vor dem Saisonauftakt. Das Kooperations-Projekt "Klangwolke", bei dem in der kommenden Woche die Norddeutsche Philharmonie an mehreren Orten in Rostock auftritt, spielt Wunschmusik - und das wird auf NDR Kultur übertragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 09.06.2020 | 19:00 Uhr

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