Stand: 07.04.2020 16:35 Uhr

MV unterstützt Kulturlandschaft mit Corona-Schutzfonds

von Axel Seitz

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat am Dienstag einen 20-Millionen-Euro-Schutzfonds für Kulturschaffende bereitgestellt. So sollen die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie gemildert werden.

Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald darf keine Besucher empfangen, dem Internationalen Kleinkunstfestival auf Usedom fehlen wegen der Absage Einnahmen, freischaffende Künstlerinnen und Künstlern können nicht ausstellen. Ihnen allen soll mit dem Kulturschutzfonds finanziell geholfen werden, kündige Kultusministerin Bettina Martin (SPD) in Schwerin an: "Es werden sicherlich nicht 100 Prozent der Einnahmeausfälle erstattet werden. Es kann uns leider nicht darum gehen, jeglichen Verlust auszugleichen. Es geht wirklich um Bestandssicherung, dass wir diese kulturelle Vielfalt auch halten können im Land."

Schutzfonds umfasst sechs Säulen

Bettina Martin © Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern Foto: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern
Die Auswirkungen der Corona-Krise bringt viele an ihre Grenzen - nicht nur Menschen, sondern auch Institutionen. MV-Kultusministerin Bettina Martin kündigt Hilfe an.

Sechs Säulen umfasst der Schutzfonds. Von den insgesamt 20 Millionen Euro können institutionell geförderte Einrichtungen wie beispielsweise die Ernst Barlach Stiftung in Güstrow und das Historisch Technische Museum Peenemünde ebenso profitieren wie Träger mit gemeinnützigen Projekten wie die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern oder das Schloss Plüschow. Für freischaffende Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern wird es Überbrückungsstipendien geben von je 2.000 Euro. Hier kündigte die Kultusministerin an, dass diese Stipendien möglichst nicht auf die Grundsicherung der Betreffenden angerechnet werden soll. Das Land will sich dafür bei der Bundesagentur für Arbeit einsetzen.

Auf wie viel Geld jedes Museum, jeder Träger der politischen Weiterbildung oder auch der Gedenkstättenarbeit hoffen darf, konnte Bettina Martin aber nicht sagen, es komme auf jeden Fall, auf jeden einzelnen Antrag an, so die Ministerin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Ortszeit regional | 07.04.2020 | 16:00 Uhr

Flugkörper Fi 103 - auch V 1 genannt - im Historisch-Technischen Informationszentrum Peenemünde © picture alliance/dpa Foto: Jürgen Lösel

Peenemünde: Fluch und Segen der Technik

Im Zweiten Weltkrieg konstruierten Ingenieure in Peenemünde auf Usedom die berüchtigte V2-Rakete. Das Historisch-Technische Museum dokumentiert die zwiespältigen Entwicklung. mehr

Blick in die landesgeschichtliche Ausstellung des Pommerschen Landesmuseums © Pommersches Landesmuseum

Pommersches Landesmuseum: Eine Region im Spiegel

In Greifswald widmet sich das Pommersche Landesmuseum der Geschichte und der Kultur der Region. Die Themen reichen von der Hanse bis zu Malern wie Caspar David Friedrich. mehr

Impressionen vom Auftakt der Festspiele MV in der Saison 2017 am 17.06.2017 in der St-Georgen-Kirche in Wismar. © NDR Foto: Christian Kahlstorff

Festspiele MV 2020: "30 Mal anders"

Feine Kammermusik statt großer Sinfonien, Solisten statt Orchester - die Festspiele MV waren in diesem Sommer anders als geplant, "30mal anders". Abschlusskonzert war am Sonnabend in Wismar. mehr