Stand: 06.12.2019 07:12 Uhr  - NDR 90,3

Kampnagel: Sanierung für 120 Millionen Euro

von Daniel Kaiser
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Kampnagel-Intendatin Amelie Deuflhard will die Kulturfabrik zum zweiten großen Kultur-Ort in Hamburg mit internationalem Flair machen.

Die Hamburger Kulturfabrik Kampnagel wird in den kommenden Jahren für 120 Millionen Euro saniert und erweitert. Am Donnerstag wurden erste Ideen des renommierten Pariser Architekturbüros Lacaton & Vassal vorgestellt. Die alten Fabrikhallen, in denen seit den 80er-Jahren Kultur gemacht wird, müssen dringend saniert werden. Außerdem sind große Neubauten auf dem Kampnagel-Areal geplant.

Ein fünfstöckiger Probenturm vor den großen Fabrikhallen soll neu gebaut werden. Außerdem ist ein Gästehaus in Planung. "In dieses Haus können wir dann Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt einladen, um hier zu proben", erklärt Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. "Das wird dann ein vollendeter Campus und eines der großen europäischen Produktionszentren der Zukunft." Kampnagel werde als zweiter großer Kultur-Ort in Hamburg mit internationalem Flair ein Pendant zur Elbphilharmonie, verspricht Deuflhard mit einem Augenzwinkern. Auch der Hinterhof am Osterbekkanal, der während des Sommerfestivals als "Festivalgarten" genutzt wird, soll neu gestaltet werden.

Industriecharme des Kampnagel soll bleiben

Die eine Hälfte des Geldes kommt vom Bund, die andere von der Stadt. Johannes Kahrs, der für die SPD im Bundestag sitzt und geholfen hat, das Geld zu organisieren, bekräftigt, dass Kampnagel keine lokale Angelegenheit sei. "Es ist ja kein Winterhuder Kulturzentrum, sondern inzwischen in ganz Europa ein echter Name. Den kennt jeder." Wenn das, was auf Kampnagel geboten werde, europaweit Beachtung finde, müsse das Gelände auch so aussehen, sagt Kahrs.

Der Industriecharme der alten Kranfabrik solle aber unbedingt erhalten bleiben, unterstreicht Kultursenator Carsten Brosda (SPD). "Es geht nicht darum, Kampnagel so zu sanieren, dass das Ganze nicht mehr wiederzuerkennen ist." Aber momentan sei der Inhalt deutlich besser als die Verpackung. "Wir wollen die Verpackung verbessern, und davon wird der Inhalt auch profitieren, weil man dann hier auch besser arbeiten kann", sagt Brosda.

Zeitplan für den Umbau unklar

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Mithilfe des Geldes aus Berlin kann die Kulturfabrik Kampnagel modernisiert werden.

Erste kleinere Baumaßnahmen hat es bereits gegeben. Für die Neubauten stehen die Planungen noch ganz am Anfang. Was den Start und die Dauer der Bauarbeiten angeht, wollte sich keiner der Verantwortlichen äußern. Nicht einmal ungefähr. Die Erfahrungen mit der Elbphilharmonie sind da wohl einen Tick zu traumatisch. Fest steht: Kampnagel bleibt auch während der Bauarbeiten geöffnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 05.12.2019 | 19:00 Uhr