Stand: 13.06.2018 10:55 Uhr

"Geschichte des Wassers": Maja Lunde im Porträt

von Ulrike Sárkány

Die Norwegerin Maja Lunde hat mit "Die Geschichte der Bienen", ihrem ersten Buch für Erwachsene, einen völlig überwältigenden Langzeiterfolg erlebt. Jetzt ist "Die Geschichte des Wassers" erschienen, der zweite von vier Romanen des von ihr geplanten "Klima-Quartetts". Ab Donnerstag, den 14. Juni, ist "Die Geschichte des Wassers" in zwölf Folgen in der Sendung Am Morgen vorgelesen zu hören. NDR Kultur hat Maja Lunde getroffen.

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Durchbruch mit "Die Geschichte der Bienen": die norwegische Autorin Maja Lunde.

Ende Juli wird Maja Lunde 43 Jahre alt, und die Mutter dreier heranwachsender Söhne ist jetzt immerzu auf Lesereise. Aber von Müdigkeit keine Spur: "Mir geht es gut. Ich fühle mich geehrt, dass man in aller Welt meine Bücher liest."

Flucht vor der Dürre

In ihrem Buch "Die Geschichte der Bienen" gibt es drei Protagonisten, die zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten der Welt leben. Im neuen Buch "Die Geschichte des Wassers" gibt es zwei Erzählstränge: Zum einen erzählt Maja Lunde von der 67-jährigen Norwegerin Signe, die in der Gegenwart auf einem Boot unterwegs ist. Zum anderen geht es um den Franzosen David, der mit seiner kleinen Tochter im Jahr 2041 in einem Flüchtlingslager ausharren muss, nachdem in ihrer Heimatstadt, in der es schon lange kein Trinkwasser mehr gab, ein Brand ausgebrochen ist. Lunde: "Für mich ist es wichtig, dass sich die Charaktere echt anfühlen. Und David, den jungen Vater, mochte ich vom ersten Satz an, während Signe voller Leidenschaft ist, aber schlecht im Schließen von Kompromissen. Sie tut mir leid, weil sie falsche Entscheidungen in ihrem Leben getroffen hat."

Maja Lundes neues Buch

Erschreckende Zukunftsvision

Mit "Die Geschichte der Bienen" stand Maja Lunde lange ganz oben auf der Bestsellerliste. In ihrem neuen Roman "Die Geschichte des Wassers" entwirft sie ein besorgniserregendes Szenario. mehr

Wie diese beiden Handlungsstränge verbunden sind, stellt sich im Lauf des Romans heraus. Und am Ende der geplanten vier Bücher sollen alle Geschichten miteinander in Verbindung stehen. Zurzeit schreibt sie am dritten Buch: "Heute habe ich drei Seiten geschafft. Aber wenn ich unterwegs bin, vermisse ich meine Familie. Und ich versuche, so viel wie möglich zu Hause zu sein, und sage auch oft etwas ab."

Vier Bücher zum Klimawandel

Über das neue Projekt kann Maja Lunde bis jetzt nur so viel verraten: "Es spielt 2064, und eine Figur aus der Geschichte des Wassers wird da wieder auftauchen. Eines Tages wird hoffentlich ein ganzes Bild entstehen, und die Leser, die alle vier Romane lesen, erkennen die Zusammenhänge."

Dass es in nicht einmal 25 Jahren in Frankreich eine solche Dürre geben könnte, dass die Einwohner gezwungen sind, nach Norden zu fliehen, ist ein beunruhigendes Szenario. Doch wie realistisch ist es? "Ich lese viel über Klimaforschung", erzählt die Autorin, "und ja, das kann eintreten, aber es ist trotzdem Fiktion. Es kommt drauf an, welche Entscheidungen wir in den kommenden Jahren treffen und was wir heute tun. Und wie wir auf einander achtgeben!"

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 13.06.2018 | 11:20 Uhr

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