Stand: 11.06.2019 16:44 Uhr

Bundestag wagt Schritt in die sozialen Medien

von Martin Motzkau, NDR Info
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Der Deutsche Bundestag will in der Öffentlichkeitsarbeit künftig stärker auf soziale Medien setzen.

In den sozialen Medien ist der Deutsche Bundestag bislang kaum präsent. Lediglich auf YouTube ist das höchste deutsche Parlament vertreten. Das soll in Zukunft anders werden. Soziale Medien sollen als Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Bundestags künftig stärker genutzt werden, heißt es in einem Beschluss der Inneren Kommission des Ältestenrats, in den NDR Info Einblicke erhielt.

Zusätzlich zu YouTube noch Twitter und Instagram

Das Papier wurde innerhalb der Kommission einstimmig beschlossen und beinhaltet fünf Punkte. Demnach soll der YouTube-Auftritt weiter ausgebaut werden. Neu hinzukommen sollen Accouts auf Twitter und Instagram. Ein Fragezeichen steht hingegen hinter Facebook und Messenger-Diensten. Hierzu soll eine von der Bundestagsverwaltung eingesetzte Projektgruppe bis Mitte Oktober einen Vorschlag erarbeiten.

DJV-Sprecher warnt: Digitale Kommunikation ist keine Nebenbeschäftigung

Neue Stellen sollen für die zukünftige Social-Media-Strategie nicht geschaffen werden. Um Ressourcen für das Vorhaben zu schaffen, prüft die Verwaltung bis zum 20. Juni die personellen, organisatorischen und technischen Möglichkeiten. Kritik kommt von DJV-Sprecher Hendrik Zörner. "Spätestens mit dem ersten Shitstorm wird der Bundestag schon merken, dass digitale Kommunikation keine Nebenbeschäftigung ist", schreibt er auf der Homepage des Journalistenverbands.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Martin Fuchs, der Parlamente und Politiker im Umgang mit sozialen Medien berät: "Zusätzliche Kanäle ohne zusätzliches Personal erfolgreich bespielen zu wollen, wird leider scheitern." Grundsätzlich begrüßt Fuchs aber die Anstrengungen, die sich der Bundestag vorgenommen hat. Wie es konkret weitergeht, ist bislang nicht bekannt, ebenso wenig, wann der neue Social-Media-Auftritt des Bundestags starten soll.

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Aktuell | 11.06.2019 | 15:40 Uhr