Eine Luft-Wärmepumpe im Garten eines älteren Einfamilienhauses. © imago images Foto: Sven Simon

Wärmepumpe statt Öl oder Gas: Tipps zum Wechsel der Heizung

Stand: 14.03.2022 15:30 Uhr

Der Staat fördert den Einbau von Wärmepumpen in Altbauten. Die Anlagen nutzen Energie aus Luft, Wasser oder Erde und sollen alte Öl- und Gasheizungen ersetzen. Tipps zu Förderung, Kauf und Funktion.

von Claudius Maintz

Wärmepumpen können das Klima schonen. Sie beziehen rund drei Viertel ihrer Energie aus Luft, Wasser oder der Erde. Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme und geben sie an das Haus ab. Das geschieht durch ein Kältemittel, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Der Dampf wird - ähnlich wie in einem Dampfkochtopf -  verdichtet. Dadurch entsteht die zum Heizen oder Erhitzen von Wasser nötige Wärme-Energie.

Wärmepumpen: Unterschiede bei Funktion und Effizienz

Wärmepumpen lassen sich in vier unterschiedliche Anlagen-Typen einteilen. Funktion, Energie-Effizienz und Installation sind sehr unterschiedlich. Darauf sollten Verbraucher bei der Planung achten.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen entziehen der Außen- oder Raumluft Wärme.

  • Sole-Wasser-Wärmepumoen nutzen die in der Erde gespeicherte Energie - mit Flächenkollektoren knapp unterhalb der Erde oder mit Erdwärmesonden in 40 bis 100 Meter Tiefe. Sie sind effektiver als Luft-Wasser-Wärmepumpen, der Planungsaufwand ist jedoch höher.

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen erzeugen Wärme aus dem Grundwasser, das über das ganze Jahr eine Temperatur von konstant zehn Grad Celsius hat. Der Aufwand für die Planung und den Grundwasserschutz können jedoch höher sein.

  • Warmwasser-Wärmepumpen sind nicht zum Heizen geeignet, sondern dienen der Warmwasserbereitung. Als Wärmequellen kommen Umluft oder Abluft in Frage. Geheizt wird weiterhin mit Öl oder Gas.

Förderung beim Kauf nutzen

Wer seine alte Heizungsanlage umfassend erneuern möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kredite und Zuschüsse für energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen der KfW oder des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten. Auch Bundesländer, Kommunen und sogar Energieversorger bieten Förderungen an. Trotz Zuschüssen können Komplettsysteme für ein ganzes Haus schnell an die 20.000 Euro kosten. Einfachere Geräte nur für die Warmwasserbereitung kosten vierstellige Beträge.

Jahresarbeitszahl: Effizienz schriftlich festhalten

Bei der Anschaffung einer Wärmepumpe sollten Verbraucher sich vom Hersteller oder Verkäufer die Jahresarbeitszahl schriftlich bestätigen lassen. Sie gibt das Verhältnis von der elektrischen Energie zum Betrieb und der Ausbeute an thermischer Energie an.

Bei effizienten Wärmepumpen liegt die Jahresarbeitszahl - je nach Anlage und Gebäude - bei 3,0 bis 4,5. Mit der zugeführten Energie, also dem Strom aus dem Netz, wird die drei- oder vierfache Menge Wärmeenergie erzeugt.

Stromverbrauch regelmäßig kontrollieren

Hilfreich ist es außerdem, regelmäßig den Stromverbrauch zu kontrollieren. Wenn eine Wärmepumpe falsch installiert wurde, springt häufig der eigentlich als Reserve für besonders kalte Tage vorgesehene Heizstab an. So kann der Stromverbrauch steigen, ohne dass der Hauseigentümer etwas merkt.

Lärmschutz bei der Installation beachten

In Wärmepumpen sind Ventilator, Kompressor und Verdampfer im Einsatz. Der Ventilator macht die lautesten Geräusche. In einigen Fällen ist es dadurch schon zum Streit mit Nachbarn gekommen.

Daher sollte der Ventilator keine direkte Sichtverbindung zu Fenstern von eigenen und benachbarten Wohnräumen haben. Nach Möglichkeit sollte man zudem eine Installation auf oder vor harten Flächen und Wänden vermeiden - diese reflektieren den Schall und verstärken dadurch das Betriebsgeräusch.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 16.03.2022 | 14:00 Uhr

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