Ein paar Cents sind in einer Geldbörse zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Raus aus der Schuldenfalle - Experten geben Tipps

Stand: 19.03.2021 11:33 Uhr

Wer hohe Schulden hat und seine Miete, Rechnungen, Kreditraten nicht mehr zahlen kann, findet oft keinen Weg aus dem Teufelskreis. Dabei gibt es Hilfe. Wie man mit den Neuerungen im Insolvenzrecht schneller aus der Schuldenfalle kommt, erklären Experten der Caritas Schuldnerberatung.

Für Betroffene kostet es oft eine enorme Überwindung, sich an eine Schuldnerberatung zu wenden. Sie müssen sich eingestehen, dass sie ihr Leben nicht mehr im Griff haben. Dabei kann es jeden treffen und die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Menschen.

Jobverlust, Krankheit, Trennung - die Ursachen sind zahlreich

Da stehen auf der einen Seite die beruflichen Aspekte wie der Verlust der Arbeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit. Im persönlichen Umfeld können es eine Trennung sein, der Tod des Partners, eine langwierige Krankheit oder Suchtprobleme, die einen aus der Bahn werfen. Jüngere Menschen, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, haben oft offene Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsunternehmen.

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Schuldnerberatung kostet nichts

Die meisten Beratungsstellen sind gemeinnützig und staatlich gefördert. Ansprechpartner können beispielsweise die Volkssolidarität, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk oder die Caritas sein. Es ist ratsam, sich telefonisch oder online vorab einen Termin zu holen. Oft ist die Nachfrage so groß, dass Wartezeiten von bis zu mehreren Monaten möglich sind.

Überblick über Höhe und Zahl von Schuldnern und Schulden

Diese Zeit sollte in gute Vorbereitung investiert werden, um sich selbst folgende Fragen zu beantworten: "Wem schulde ich wie viel?", "Wer hat unter Umständen schon gemahnt?", "Wie hoch sind meine monatlichen Einnahmen und Ausgaben für den Lebensunterhalt?" Wichtig ist, dass Rechnungen wie Miete oder Strom pünktlich gezahlt werden.

Neues Insolvenzrecht seit Januar 2021

Sind die Versuche gescheitert, sich mit den Gläubigern zu einigen, bleibt oft nur der Weg in die Privatinsolvenz. Bei diesem Verfahren leben Betroffene mit dem Existenzminimum, ein Treuhänder verwaltet die Schulden und das Vermögen. Seit Jahresbeginn gilt nun ein neues, verkürztes Insolvenzverfahren, das es ermöglicht, bereits innerhalb von drei Jahren schuldenfrei zu sein, statt wie bisher in sechs Jahren.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.03.2021 | 11:33 Uhr

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